Direkt zum Inhalt
Otmar Striedinger aus Österreich (Startnummer 32) bei einem Action-Foto während des Abfahrtstrainings der Herren beim Audi FIS Ski Weltcup 2025.
Otmar Striedinger kritisiert den ÖSV wegen fehlender Kommunikation.
Otmar Striedinger kritisiert den ÖSV wegen fehlender Kommunikation.
APA-Images / Action Press / FIS

Otmar Striedinger: Ski-Routinier rechnet mit ÖSV ab

16.04.2026 um 09:39, Yunus Emre Kurt
min read
Otmar Striedinger: Der ÖSV-Speedfahrer kritisiert die Verbandsführung wegen fehlender Kommunikation und spricht von mangelndem Respekt.

Inhalt

Nach einer sportlich verpatzten Saison fühlt sich Speed-Spezialist Otmar Striedinger vom ÖSV im Unklaren gelassen und kritisiert die Verbandsspitze scharf. Cheftrainer und Alpinchef verweisen auf Richtlinien und anstehende Entscheidungen.

Striedinger kritisiert fehlende Kommunikation

ÖSV-Speedfahrer Otmar Striedinger übt nach dem Winter deutliche Kritik an der Verbandsführung. Der 35-jährige Kärntner bemängelt vor allem die Kommunikation. Wichtige Informationen zu seiner sportlichen Zukunft erhält er nach eigenen Angaben nicht direkt, vieles erfährt er aus den Medien. Er betont, er sei seit knapp 16 Jahren im Verband, sein Teamkollege Max Franz seit 18 Jahren. 

Beide hätten immer ihr Bestes gegeben und versucht, Vorbilder zu sein. Mit ihm habe bis jetzt niemand vom ÖSV über seine Zukunft gesprochen. Er empfindet das als respektlos gegenüber den Athleten und wirft der Verbandsführung mangelnde Professionalität vor.

Offene Zukunft nach schwacher Saison

Sportlich lief die vergangene Saison für den Speed-Spezialisten alles andere als nach Wunsch. In sieben Weltcup-Rennen kam er kein einziges Mal in die Punkteränge und blieb ohne Zähler. Er hält fest, dass die Saison schlecht war und er das nicht schönreden will. Er sieht sich selbst als größten Kritiker. 

Seine punktelose Bilanz schwächt seine Position im Kader. Öffentlich wird darüber spekuliert, dass er und sein langjähriger Teamkollege Franz ihren Platz im ÖSV-Kader verlieren könnten. Die sportliche Zukunft des 35-Jährigen ist derzeit offen. Er betont, dass er sich alle Optionen offenhält.

Vorwürfe der Respektlosigkeit

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch den Ablauf der vergangenen Wochen. Mitte März hatte Striedinger nach eigenen Angaben zuletzt Kontakt mit der sportlichen Führung rund um ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer. Damals wurde ihm demnach ausgerichtet, man melde sich zeitnah. Seither herrscht aus seiner Sicht Funkstille. 

Mit ihm habe bis jetzt niemand konkret über einen möglichen Abgang aus dem Kader gesprochen. Striedinger wirft Pfeifer und der sportlichen Leitung mangelnde Professionalität und Respekt gegenüber langjährigen Athleten vor. Er verweist auch auf frühere Fehler der sportlichen Führung, etwa einen Regel-Fehler rund um Marco Schwarz bei Olympia. Ihn und Franz treffe der aktuelle Umgang besonders hart, zumal beide nach eigenen Worten immer versucht haben, Vorbilder zu sein.

ÖSV-Führung verweist auf Richtlinien und Prozesse

Von Verbandsseite wird auf laufende Prozesse verwiesen. ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer stellt in Aussicht, dass die Athleten in den kommenden Tagen über ihre Zukunft informiert werden. ÖSV-Alpinchef Christian Mitter betont, dass die Entscheidungen auf Basis bestehender Kaderrichtlinien fallen und der Verband sich im Spitzensport bewege. 

Die endgültigen Kaderentscheidungen, inklusive möglicher Aussortierungen, sollen nach der Saison-Analyse bei der Alpin-Sitzung Ende April getroffen werden.

more