Österreich in der Champions League: Alle Klubs und Sternstunden
Die UEFA Champions League hat im österreichischen Fußball für unvergessliche Nächte, legendäre Sensationen und schmerzhafte Lehrjahre gesorgt. Seit der Einführung des Wettbewerbs im Jahr 1992 erkämpften sich sechs heimische Vereine (bei getrennter Beachtung von Austria und Red Bull Salzburg Anm.) ihren Platz im Konzert der Großen. Zuletzt erlebte der LASK eine Champions-League-Sternstunde, indem mach sich mit 5:1 n.V. (Gesamt 5:4) gegen Celtic Glasgow im Playoff durchsetzt und somit erstmals in der Gruppenphase der Königsklasse steht.
SV Austria Salzburg (1994/95): Die violetten Pioniere
In der Saison 1994/95 betrat mit der SV Austria Salzburg erstmals ein österreichischer Klub die Bühne der neu geschaffenen Königsklasse. Unter Trainerlegende Otto Barić verwandelten die Salzburger das Wiener Ernst-Happel-Stadion in ein Tollhaus. Mit Leidenschaft, taktischer Disziplin und dem historischen 3:1-Auswärtssieg bei AEK Athen schrieben die Violetten ein Stück österreichische Fußballgeschichte.
Gegen europäische Giganten wie den späteren Champions-League-Sieger AC Mailand und Ajax Amsterdam hielt die Mannschaft wacker dagegen und verpasste als Gruppendritter nur knapp eine Sensation.
SK Rapid Wien (1996/97 & 2005/06): Grün-weiße Festtage und harte Lehrjahre
Zwei Jahre nach Salzburg zog der SK Rapid Wien nach. Nach dem Erreichen des Europacups der Cupsieger-Finals 1996 qualifizierten sich die Hütteldorfer gegen Dynamo Kiew souverän für die Champions League 1996/97. Gegen Kaliber wie Juventus Turin und Manchester United zahlte die Elf rund um Peter Schöttel und Didi Kühbauer jedoch Lehrgeld, sicherte sich aber immerhin zwei Unentschieden gegen Fenerbahçe Istanbul. Am Ende stand der letzte Gruppenplatz zu Buche.
Bei der zweiten Teilnahme in der Saison 2005/06 erlebte Rapid eine bittere Gruppenphase. Trotz aufopferungsvollem Einsatz blieb der Klub gegen Bayern München, Juventus Turin und Club Brügge punktlos.
SK Sturm Graz (1998–2001 & 2024/25): Das Wunder von Graz
Rund um die Jahrtausendwende prägte der SK Sturm Graz unter Kult-Coach Ivica Osim das „Wunder von Graz“. Nach zwei Lernjahren (1998/99 und 1999/00) schrieben die Steirer in der Saison 2000/01 Geschichte: Sturm setzte sich in einer Gruppe mit Galatasaray Istanbul, den Rangers und AS Monaco als Gruppensieger durch und zog als erste österreichische Mannschaft in die zweite Gruppenphase ein.
Nach über zwei Jahrzehnten Abstinenz kehrten die Schwoazn in der Saison 2024/25 auf die große Champions-League-Bühne zurück, um sich im neugestalteten Ligasystem mit Europas Elite zu messen. Auch wenn es mit sechs Niederlagen nicht zum Aufstieg in der neugeschaffenen Ligaphase reichte, erkämpfte man zwei Achtungserfolge gegen den FC Girona und RB Leipzig.
FK Austria Wien (2013/14): Magie im Estadio do Dragão
Im Sommer 2013 qualifizierte sich Austria Wien nach einem dramatischen Playoff-Erfolg gegen Dinamo Zagreb für die Königsklasse. In der Gruppenphase bewiesen die Violetteren Moral und spielten beachtliche Ergebnisse ein.
Zwar konnten in der Gruppe G konnten durch einen Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen insgesamt fünf Punkte errungen werden; dies reichte aber nur für den letzten Tabellenplatz. Beim 4:1-Heimsieg gegen Zenit St. Petersburg am 11. Dezember 2013 erzielte man den bis dato höchsten Sieg einer österreichischen Mannschaft in der Champions League.
FC Red Bull Salzburg (ab 2019/20): Der gebrochene Fluch und Königsklassen-Stammgast
Nach elf gescheiterten Anläufen in der Qualifikation brach der FC Red Bull Salzburg in der Saison 2019/20 endlich den Bann. Bei der Premiere stürmte ein gewisser Erling Haaland auf die europäische Bühne. Das spektakuläre 3:4 beim amtierenden Champion FC Liverpool an der Anfield Road unterstrich den Mut der Salzburger.
Den vorläufigen Höhepunkt erreichten die Mozartstädter in der Saison 2021/22, als sie als erster ÖFB-Klub das Achtelfinale der modernen Champions League erreichten und dort dem FC Bayern München parierten. Daraufhin gelang in den folgenden drei Saisons jeweils die Teilnahme an der UEFA Champions League.
LASK (2026/27): Die historische Aufholjagd gegen Celtic Glasgow
Die jüngste Sternstunde des heimischen Fußballs schrieb der LASK im August 2026. Nach einer 0:3-Hinspielniederlage im Playoff gegen Celtic Glasgow und einem vorentscheidenden Gegentreffer im Rückspiel schien das Aus besiegelt. Doch die Linzer brannten in der heimischen Arena ein historisches Feuerwerk ab.
Mit Leidenschaft erzwang der LASK ein 4:1 nach 90 Minuten und machte in der Verlängerung durch den zweiten Treffer von Samuel Adeniran den 5:1-Endstand (Gesamt: 5:4) perfekt. Damit stehen die Athletiker erstmals in der Hauptrunde der UEFA Champions League.