Neuer Teamchef? Das sind die rot-weiß-roten Kandidaten

Man kann es schön reden wie man will: Die Luft für Teamchef Franco Foda wird immer dünner. Der neugewählte ÖFB-Chef Gerhard Milletich schloss einen "Schnellschuss" zwar aus, kündigte jedoch als erste Amtshandlung ein Gespräch mit dem Teamchef sowie eine Marktsondierung an. Mögliche Kandidaten gäbe es genügend – und das auch im eigenen Land.

Ralph Hasenhüttl

Den Teamchef-Posten bezeichnete der 54-Jährige im Jahr 2017 als „Riesen-Ehre“. Jedoch stellte er damals auch klar, dass diese Position für ihn erst am Ende seiner Trainer-Laufbahn in Frage käme. Nach seinen erfolgreichen Jahren mit RB Leipzig ist der gebürtige Steirer aktuell Trainer von Southampton. In einem Interview mit dem Magazin „Kicker“ ließ Hasenhüttl anklingen, er könne sich ein Karriereende als Vereinstrainer nach seinem Vertragsende 2024 vorstellen. Vielleicht auch früher, wenn der ÖFB anklopft?

Oliver Glasner

Den VfL Wolfsburg führte er auf Platz vier der deutschen Bundesliga und in die Champions League, ehe er im Sommer bei Eintracht Frankfurt anheuerte. Der taktisch versierte Oberösterreicher kommt aus der Red Bull-Schule, war unter anderem Co-Trainer in Salzburg unter Roger Schmidt und steht für schnellen, mutigen Offensiv-Fußball – genau das wird vom Teamchef seit Wochen gefordert. Nach außen wirkt der 47-Jährige introvertiert – intern ist Oliver Glasner aber bekannt dafür, viel und offen mit seinen Spielern zu kommunizieren und von jedem das Leistungsmaximum zu fordern. 

Andreas Herzog

Wer, wenn nicht er? Zumindest dachten das Fans, Medienvertreter sowie Fußball-Insider jahrelang – und ja, auch Andi Herzog selbst. Der Rekordnationalspieler galt immer wieder als Teamchef-Kandidat und machte nie einen Hehl daraus, wie reizvoll er die Aufgabe finden würde. Gespräche gab es mehrfach, ein ernsthaftes Angebot von Seiten des ÖFBs jedoch nie. Stattdessen heuerte der Sympathieträger an der Seite von Jürgen Klinsmann in den USA sowie als Cheftrainer in Israel an und übernahm im Sommer das Amt als Admira-Coach.

Peter Stöger

Bereits 2017 verhandelte der damalige Köln-Coach mit dem ÖFB, lehnte jedoch ab. Aktuell ist er für den ungarischen Meister Ferencvaros Budapest tätig und mit Sicherheit gesprächsbereit. Im Frühjahr äußerte sich Peter Stöger in einem Sky-Interview immerhin folgendermaßen: „Es war immer für mich das Höchste für die Nationalmannschaft nominiert zu werden und das Land zu vertreten und das gilt auch für die Trainerposition. Wenn du das Angebot bekommst, dann sollte es normalerweise für jeden eine Auszeichnung sein. Da geht nichts drüber.“

Adi Hütter

Der gebürtige Vorarlberger hat sich längst über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Nach seiner Zeit als Chefcoach bei Red Bull Salzburg führte er Young Boys Bern 2017/18 zum ersten Schweizer Meistertitel seit 32 Jahren und Eintracht Frankfurt bis ins Halbfinale der Europa League. Neben seinen sportlichen Erfolgen ein weiterer Pluspunkt: Er arbeitete mit zahlreichen Nationalteam-Spielern bereits erfolgreich zusammen. Aktuell ist Adi Hütter als Coach bei Borussia Mönchengladbach tätig. Ob für den ehrgeizigen 47-Jährigen das Amt des Teamchefs in Frage käme? Zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher nicht…

Didi Kühbauer

Zum 40. Geburtstag äußerte der aktuelle Rapid-Trainer den Wunsch, irgendwann Teamchef zu werden. Zehn Jahre sind seither vergangen und seine Erfolge als Coach können sich sehen lassen. Die ÖFB-Verantwortlichen kennt er bestens: Sportchef Peter Schöttel war einst sein Teamkollege, Präsident Gerhard Milletich kommt wie er aus dem Burgenland. Als Trainer und Typ polarisiert Kühbauer wie kein Zweiter. Ein frischer Wind wäre dem ÖFB mit ihm aber sicher.

René Aufhauser

Seinen Namen haben sicher nicht viele auf der Liste – das im Zusammenhang mit dem ÖFB-Team oft erwähnte und geforderte Red Bull-System kennt er aber wie kein Zweiter. Der ehemalige Teamspieler und EURO-Teilnehmer lief selbst für Red Bull Salzburg auf und blieb dem Verein nach dem Karriereende als Trainer erhalten. In den vergangenen sechs Jahren arbeitete er als Co-Trainer des Serienmeisters und übernahm im Sommer das Red Bull Farmteam FC Liefering.

 

Oliver Lederer und Co

Dass der ÖFB bevorzugt interne Lösungen wählt, bestätigte gerade erst die Präsidenten-Wahl. Auch in Sachen Teamchef könnte sich die Kommission in den eigenen Reihen umschauen. Oliver Lederer ist seit 2020 ÖFB-Nachwuchstrainer, zudem Leiter der Trainerausbildung. Zuvor trainierte der Ex-Rapidler unter anderem Admira Wacker und St. Pölten. Apropos interne Lösung: Auch Werner Gregoritsch (U-21) und Martin Scherb (U-19) sind aktuell für den ÖFB tätig.  

Autor: Sandra Eder, 13.09.2021