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Marcus Mann vor einem 2.Liga Spiel im Stadion von Hannover 96.
Der neue Geschäftsführer Sport betont Geduld und Identifikation.
Der neue Geschäftsführer Sport betont Geduld und Identifikation.
APA-Images / dpa / Swen Pförtner

Salzburgs neuer Sportchef: „Wir müssen uns verbessern“

06.01.2026 um 13:34, Yunus Emre Kurt
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Red Bull Salzburg hat seinen neuen Geschäftsführer Sport vorgestellt. Beim ersten Medientermin sprach er über Kadergröße, Trainervertrauen und Transfers.

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Red Bull Salzburg hat seinen neuen Geschäftsführer Sport offiziell präsentiert. Beim ersten Medientermin zeigte sich der Nachfolger in einer Phase des Umbruchs selbstbewusst, aber bewusst zurückhaltend. Er betonte, dass er Verantwortung übernehmen wolle, gleichzeitig aber Zeit benötige, um Strukturen, Mannschaft und Abläufe im Detail zu bewerten.

„Ich habe großes Vertrauen gespürt – von den Verantwortlichen, von Sponsoren und im gesamten Umfeld“, erklärte der neue Sportchef. Genau dieses Vertrauen sei für ihn eine zentrale Grundlage, um die nächsten Schritte einzuleiten.

Erste Eindrücke positiv

Bereits am Samstag war der neue Geschäftsführer beim Trainingsauftakt vor Ort. Die Stimmung im Team habe einen guten Eindruck hinterlassen. „Das Tempo im Training war hoch, die Einheiten wirkten sehr ordentlich“, sagte er. Dennoch machte er klar, dass nicht alles optimal laufe. Die sportlichen Ambitionen des Klubs seien größer als das, was in den vergangenen zwei Jahren erreicht wurde.

„Es war nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut“, so seine nüchterne Analyse. Der Punkteschnitt der vergangenen Saison werde jedenfalls nicht ausreichen, um wieder Meister zu werden.

Vertrauen in Trainer Letsch

Ein zentrales Thema war die Zukunft von Trainer Thomas Letsch. Der neue Sportchef stellte unmissverständlich klar: „Thomas Letsch ist unser Trainer und hat mein volles Vertrauen.“ Gleichzeitig sei klar, dass sich Ergebnisse und Entwicklung verbessern müssten. Veränderungen seien möglich, aber aktuell nicht geplant.

Kader zu groß

Deutlich wurde der Sportchef beim Thema Kaderplanung. Mit aktuell 26 Feldspielern und vier Torhütern sei der Kader sehr umfangreich. „Das ist auch für das Trainerteam nicht einfach“, erklärte er. Jeder Spieler solle im Trainingslager die Chance bekommen, sich zu zeigen, danach werde man evaluieren, ob Bewegung in den Kader komme. Ein sofortiger Umbruch sei jedoch nicht realistisch. „Im Winter seine Handschrift zu hinterlassen, ist schwierig. Entwicklung braucht Zeit“, betonte er.

Balance zwischen Entwicklung und Erfolg

Auch wirtschaftliche Aspekte wurden angesprochen. Spielerabgänge seien Teil der Salzburger DNA. „Diesen Spagat zwischen sportlichem Anspruch und wirtschaftlicher Vernunft müssen wir immer wieder meistern“, sagte der Geschäftsführer. Ziel sei es, Abgänge bestmöglich zu kompensieren – idealerweise mit eigenen Talenten.

Die Akademie bleibe ein zentraler Baustein. Spieler wie U17-WM-Torschützenkönig Johannes Moser habe man „extrem auf dem Schirm“, auch wenn eine Verletzung aktuell eine größere Rolle verhindere.

Große Vision, realistische Schritte

Auf Fragen zur Champions League blieb der Sportchef realistisch. „Davon kann man träumen, aber aktuell ist das nicht unsere Realität“, sagte er mit Blick auf ein Testspiel gegen den FC Bayern. Schritt für Schritt wolle man wieder näher an frühere Erfolge heranrücken.

Zum Abschluss gab der neue Sportchef auch Einblicke in seinen Führungsstil. Er setze grundsätzlich auf Vertrauen und Geduld, könne aber auch klare Worte finden, wenn Erwartungen nicht erfüllt würden. „Ich drücke auch einmal ein Auge zu – aber meine Geduld ist nicht unendlich“, so seine klare Ansage.

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