Kimi Antonelli: Warum Ferrari ihn nicht verpflichtete
- Ferrari hat Antonelli für zu jung gehalten
- Mercedes ist Ferrari bei Antonelli zuvorgekommen
- Giovanni Minardi hat Antonelli mit acht Jahren entdeckt
- Toto Wolff hat Antonelli Hamiltons Cockpit anvertraut
- Antonelli war früher selbst Ferrari-Fan
Kimi Antonelli hat sich mit 20 Jahren zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten gekrönt. Der Italiener hat den Titel für Mercedes geholt, obwohl Ferrari schon Jahre zuvor Interesse an ihm hatte. Als Elfjähriger durfte er sogar den Simulator der Scuderia in Maranello ausprobieren. Wenige Monate später hat Mercedes zugegriffen.
Ferrari hat Antonelli für zu jung gehalten
Bereits 2017 hat Ferrari den damals elfjährigen Antonelli nach Maranello eingeladen. Der frühere Nachwuchschef Massimo Rivola war auf das Kart-Talent aufmerksam geworden und wollte ihn für die Ferrari Driver Academy gewinnen.
„Kimi war elf Jahre alt. Er hat sogar den Simulator in Maranello ausprobiert“, sagt sein Vater Marco Antonelli gegenüber Quotidiano Nazionale. Eine Zusammenarbeit sei bereits vorbereitet gewesen. Der damalige Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene habe seinen Sohn allerdings für zu jung gehalten.
Die Aufnahme in das Nachwuchsprogramm war damit vorerst vom Tisch.
Mercedes ist Ferrari bei Antonelli zuvorgekommen
„Wenige Monate später hat uns Mercedes kontaktiert, und den Rest der Geschichte kennen Sie“, sagt Marco Antonelli.
„Am Ende war Mercedes schneller“, bestätigt Kimi entsprechende Gespräche gegenüber Sky Sport Italia. Toto Wolff habe Ende 2017 Kontakt aufgenommen und sei bereit gewesen, auf einen so jungen Fahrer zu setzen.
Die Entscheidung hat sich für Mercedes ausgezahlt. Neun Siege hat Antonelli in den ersten 19 Rennen der Saison 2026 gefeiert. Beim Großen Preis von Mexiko hat er mit Platz drei als jüngster Fahrer der Geschichte den WM-Titel geholt.
Giovanni Minardi hat Antonelli mit acht Jahren entdeckt
Eine wichtige Rolle hat dabei Giovanni Minardi gespielt, Sohn des früheren Formel-1-Teamgründers Gian Carlo Minardi. Er hat Antonelli bereits als Achtjährigen im Kartsport entdeckt und später Kontakte zu Ferrari und Mercedes vermittelt. Er hat den Italiener bereits 2014 bei einem Kart-Sommercamp in Sarno beobachtet.
Antonelli war damals acht Jahre alt und hat auf einer ihm unbekannten Strecke nach nur zwei Runden eine außergewöhnliche Bestzeit erzielt. Minardi war vor allem von seiner präzisen Linienwahl beeindruckt. „Wir haben sowohl mit Ferrari als auch mit Mercedes gesprochen“, erklärt Minardi gegenüber der Gazzetta dello Sport. Gemeinsam mit der Familie habe man nach der besten Möglichkeit gesucht, Antonellis Karriere weiterzuentwickeln.
Mercedes hat schließlich die überzeugenderen Perspektiven geboten. Minardi hat den Kontakt vermittelt.
Toto Wolff hat Antonelli Hamiltons Cockpit anvertraut
Bei Mercedes hat Antonelli anschließend mehrere Nachwuchsmeisterschaften gewonnen. 2022 hat er sich die Titel in der italienischen und deutschen Formel 4 gesichert, 2023 folgte der Gesamtsieg in der Formula Regional European Championship.
Als Lewis Hamilton Mercedes Ende 2024 verlassen hat, hat Toto Wolff den damals erst 18-jährigen Antonelli zum Nachfolger gemacht. Der Italiener ist direkt aus der Formel 2 aufgestiegen und hatte noch kein Formel-1-Rennen bestritten. Seine Debütsaison hat er auf dem siebenten Gesamtrang beendet. Ein Jahr später ist er Weltmeister.
Antonelli war früher selbst Ferrari-Fan
Für Antonelli hat die Entscheidung gegen Ferrari eine besondere Bedeutung. Als Kind hat er die Scuderia unterstützt und Sebastian Vettel bewundert. Sogar eine Vettel-Tasse hat er nach eigenen Angaben zu Hause gehabt.
Ausgerechnet den Deutschen hat Antonelli nun als jüngsten Formel-1-Weltmeister abgelöst. Vettel war bei seinem ersten Titelgewinn 2010 23 Jahre und 134 Tage alt. Antonelli hat den Rekord mit 20 Jahren und 68 Tagen gebrochen.
Auch zu seiner Zukunft bei Mercedes hat sich der Italiener bereits geäußert. Sein Ziel sei, mit Mercedes möglichst viele Rennen zu gewinnen.