Botschaft an Rangnick: Hans Krankl bittet Elefanten-Nachwuchs zum Probetraining
Die Vorfreude auf die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft hat nun auch das Gehege der Elefanten in Wien-Hietzing erreicht: Im Tiergarten Schönbrunn kam es zu einer ebenso kuriosen wie humorvollen Begegnung zwischen der Natur und dem Spitzensport. Keine Geringere als die österreichische Torjäger-Legende Hans Krankl stattete den Rüsseltieren einen Besuch ab, um eine ganz besondere Trainingseinheit zu leiten. Der „Goleador“ passte den offiziellen WM-Ball höchstpersönlich dem knapp einjährigen Elefantenbullen zu, welcher das Sportgerät prompt munter und geschickt durch das Gehege kickte. Krankl zeigte sich von der Darbietung des tierischen Nachwuchstalents sichtlich begeistert und sparte nicht mit fachmännischem Lob.
Empfehlung an Ralf Rangnick: Krankls strenge Analyse der Beinarbeit
Der ehemalige Sturmstar beurteilte die fußballerischen Qualitäten des kleinen Rüsseltiers mit der gewohnten Strenge eines absoluten Top-Stürmers. Das finale Resümee der Legende fiel jedoch überaus positiv aus: „Absolut zum Gebrauchen. Top!“, urteilte der Kult-Kicker mit einem Augenzwinkern. Da der Kader für das anstehende Turnier bereits feststeht, kommt die Nominierung für das aktuelle Großevent zwar ein wenig zu spät, dennoch schickte Krankl direkt eine scherzhafte Botschaft in Richtung des aktuellen Nationaltrainers: „Der Ralf Rangnick sollte sich den Kleinen anschauen, vielleicht kommt er in Frage – zweifelsohne ein nicht uninteressanter Spieler.“
Nicht nur der kleine Bulle, sondern auch seine Elefanten-Mutter wurde vom kollektiven Fußballfieber gepackt. Beim gemeinsamen Rüsselspiel auf der Anlage ging es allerdings derart stürmisch zur Sache, dass die beiden Dickhäuter auf dem regulären grünen Rasen wohl mit der einen oder anderen Gelben Karte durch den Schiedsrichter hätten rechnen müssen.
Was Alaba und Co. lernen können: Robustheit statt Elefantengedächtnis
Auf die Frage, was sich die aktuellen Nationalspieler rund um David Alaba, Marcel Sabitzer oder Marko Arnautović von dem verspielten Dickhäuter abschauen können, hatte der Goleador sofort die passende taktische Antwort parat. Vor allem in der Defensive könne die Mannschaft von dem Tier lernen: „Die Robustheit und Stärke. Sie müssen robust in der Abwehr sein und da ist der Kleine schon sehr stark.“ Einzig an der Sprintfähigkeit und der allgemeinen Schnelligkeit müsse das tierische Talent auf dem Platz in den kommenden Jahren noch intensiv arbeiten.
Auch der humorvolle Austausch mit den Reportern vor Ort kam bei dem Medientermin im ältesten Zoo der Welt nicht zu kurz:
- Vier Beine als Vorteil? Auf die Frage, ob vier Extremitäten auf dem Platz ein regelrechter Vorteil seien, lachte der "Goleador": „Da fehlt mir die Erfahrung, ich hab nur zwei.“
- Erinnerungen an Córdoba: Man benötigt im österreichischen Fußball ohnehin kein sprichwörtliches Elefantengedächtnis, um sich an Krankls legendäre Tore beim historischen Triumph gegen Deutschland in Córdoba zu erinnern – die Aktion im Zoo weckte diese sportliche Nostalgie perfekt.
Abwechslung im Gehege: Tiergartendirektor setzt zum WM-Start auf den Ball
Für die Schönbrunner Elefantenherde war der prominente Besuch und das kugelrunde Spielzeug eine willkommene und wichtige Abwechslung im zoologischen Alltag. Die Beschäftigung der sensiblen und hochintelligenten Tiere ist ein zentraler Baustein der täglichen Pflege im Tiergarten, wie die Zooleitung betont.
Hierbei wird stets auf Abwechslung geachtet, wie Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck genauer erläutert:
- Natürliche Materialien: Im Regelfall bevorzugen die Pfleger für die Beschäftigung der Herde natürliche Rohstoffe wie frische Äste, Baumstämme oder Rinden, welche die Tiere so auch in ihrem natürlichen Lebensraum vorfinden würden.
- WM-Sonderschicht: Zum weltweiten Start des größten Fußballturniers des Jahres drückte das Management jedoch ein Auge zu. In diesem Fall musste es als besonderes Highlight natürlich ein echter Lederball sein, um die sportliche Stimmung perfekt einzufangen.
Die Besucher des Tiergartens können sich in den kommenden Wochen somit nicht nur auf die historischen Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf sichtlich sportbegeisterte Elefanten freuen.