Grbic, Lindner und Co.: So überraschte Foda bei Kader für Fußball-EM

Seine vier Tore in der Nations League im Herbst 2020 sorgten für den Aufstieg Österreichs in die 1. Liga des Wettbewerbs zu Größen wie Frankreich und Spanien - aber im 26-köpfigen EM-Aufgebot fehlt Adrian Grbic.

Nur warum?

Nun: Bei seinem Klub FC Lorient konnte sich der Stürmer in der französischen Liga nicht durchsetzen, stand in den letzten 26 Saison-Spielen nur noch zweimal in der Startformation. Gleichzeitig spielte sich mit Sasa Kalajdzic mit 16 Toren für den VfB Stuttgart in Deutschland ein anderer Stürmer in den Mittelpunkt - und in Österreichs Startformation. Dass Grbic aber nicht einmal als Alternative im Kader ist, kommt doch etwas überraschend.

 

Kein Vertrauen in bekannte Torhüter

Salzburg ist gerade zum achten Mal hintereinander österreichischer Meister geworden und hat zum siebenten Mal in den letzten acht Jahren den Cup gewonnen - dennoch ist mit Andi Ulmer nur ein einziger Spieler des Klubs im ÖFB-Kader. Torhüter Cican Stankovic ist bei Franco Foda in Ungnade gefallen. Nachdem sich der 28-jährige Niederösterreicher auch öffentlich über seine Nicht-Nominierung beschwert hat, wird es wohl auch kein zurück mehr für ihn geben.

Mit Heinz Lindner, immerhin Vizemeister in der Schweiz mit dem FC Basel und zwischen 2017 und 2019 drei Jahre lang die klare Nummer eins im Nationalteam, hat Foda einen weiteren bekannten Namen nicht nominiert - der 30-jährige Oberösterreicher fehlt im Aufgebot.

Mit dabei ist dafür Torhüter Daniel Bachmann, der mit Watford in die englische Premier League aufgstiegen ist, aber noch niemals im Nationalteam zum Einsatz gekommen war.

Großes Vertrauen in Langzeit-Verletzte

Julian Baumgartlinger ist Routinier, Kapitän und Leitfigur des Teams und seine EM-Teilnahme wäre eigentlich keine Überraschung - wäre der 33-jährige Salzburger nicht seit einem halben Jahr mit einer schweren Knieverletzung außer Gefecht gewesen. Foda setzt aber auf Baumgartlingers positiven Einfluss auf die Mitspieler, selbst wenn er nicht zum Einsatz kommen sollte.

Auch Konrad Laimer gehört, wenn er in Top-Form ist, zu den fast schon unverzichtbaren Akteuren für Österreich. Aber fast ein Jahr lang hielt in ein Knochenödem vom Spielen ab - erst in den letzten zwei Wochen schnupperte er erstmals wieder Fußball-Luft.

Teamchef geht Risiko

Foda ging mit Baumgartlinger und Laimer das Risiko ein, Kaderplätze mit Spielern zu belegen, die womöglich gar nicht spielen können; dafür ließ er profilierte Kicker daheim. Ob sich dieses Risiko bezahlt macht, wird sich zeigen - am 13. Juni gegen Nordmazedonien, am 17. Juni in Holland und am 21. Juni gegen die Ukraine.

Autor: Philipp Eitzinger, 26.05.2021