Die Horrorbilanz des Franco Foda

Nach der sechsten Pflichtspielniederlage in Serie ist Franco Foda in Zürich schwer angezählt und eine Trainerdiskussion in Fan- und Medienkreisen voll entbrannt.
Autor: Stefan Kohlmaier, 19.09.2022 um 12:05 Uhr

Lediglich zwei mickrige Pünktchen in acht Spielen, ein stagnierendes Dahintümpeln auf dem vorletzten Tabellenplatz sowie ein desaströses Torverhältnis von 6:19. Was sich wie die ernüchternde Bilanz eines notorischen Abstiegskandidaten liest, bildet in der Schweizer Super League die aktuelle sportliche Situation des amtierenden Meisters ab. Hinzu kommen eine verpasste Champions League-Qualifikation sowie das Cup-Aus gegen einen Zweitligisten. Der FC Zürich, der in der vergangenen Saison noch Fans und Kritiker gleichermaßen mit seinem erfrischenden Power-Fußball verzückte, erleidet unter seinem neuen Trainer einen sportlichen Schiffbruch. Dabei wurde der ehemalige ÖFB-Teamchef erst zu Saisonbeginn verpflichtet und mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht. So sprach etwa Zürich-Präsident Ancillo Canepa von einem Wunschkandidaten, von dem er sich eine qualitätsvolle Weiterentwicklung der Mannschaft verspreche.

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Sind Fodas Tage gezählt?

Nichtsdestotrotz mischte sich bereits unmittelbar nach Bekanntgabe der Personalentscheidung der eine oder andere Misston unter die offen zur Schau gestellte Harmonie. So meldeten etwa einige Beobachter Zweifel an der Kompatibilität des defensiven, risikoaversen Foda-Stils mit der offensiven Spielfreude der Züricher Mannschaft an. Mittlerweile sprechen Schweizer Medien offen von einer tiefen Kluft, die zwischen dem Trainer und seinen Spielern aufgebrochen sei und nicht nur auf unterschiedliche Auffassungen in Taktikbelangen zurückgeführt werden könne. Auch Fodas reservierter, oftmals als autoritär wahrgenommener Stil erschwere den Aufbau eines motivierenden Teamgefüges. Vor diesem Hintergrund liegt bereits für viele Laien und Experten ein vorzeitiger Trainerwechsel in der Luft und die Frage, ob Franco Fodas Tage in Zürich gezählt sind, wird immer lauter gestellt. Auch wenn der Vereinspräsident momentan noch seine schützende Hand über den Coach hält und sich in Solidaritätsbekundungen übt.