Formel 1 ändert Regeln: Ab 2027 werden die Rennen kürzer
Die Formel 1 ändert ihre Regeln und bricht dabei mit einer jahrzehntelangen Tradition. Ab der Saison 2027 werden die Grands Prix kürzer. Statt der bisher üblichen rund 305 Kilometer müssen die Piloten künftig nur noch etwa 290 Kilometer zurücklegen. Auch bei Rennunterbrechungen und beim Getriebe gibt es Änderungen.
Formel 1 Regeln: Rennen werden deutlich kürzer
Die Formel-1-Kommission hat bei ihrer Sitzung am Montag in London mehrere Änderungen für die Saison 2027 beschlossen. Besonders auffällig ist die neue Renndistanz. Künftig geht ein Grand Prix über rund 290 statt 305 Kilometer.
Je nach Strecke fallen damit zwei bis drei Rennrunden weg. Die Formel 1 verabschiedet sich dadurch von einer langen Tradition. Seit den 1980er-Jahren wurden reguläre Grands Prix über mindestens rund 300 Kilometer ausgetragen. Eine bekannte Ausnahme ist Monaco, wo aufgrund der besonderen Strecke schon bisher eine deutlich kürzere Distanz galt.
Formel 1 2027: Das ändert sich
- Renndistanz: 290 statt rund 305 Kilometer
- Runden: Je nach Strecke zwei bis drei Runden weniger
- Rennzeit: Das Zwei-Stunden-Limit bleibt bestehen
- Unterbrechungen: Das bisherige Drei-Stunden-Limit fällt
- Training: Unterbrochene Sessions können flexibler verlängert werden
- Getriebe: Die geplante Homologation für 2027 entfällt
Darum verkürzt die Formel 1 ihre Rennen
Hinter den neuen Formel 1 Regeln steckt allerdings nicht der Wunsch nach kürzeren Sonntagnachmittagen. Ausschlaggebend sind technische Änderungen an den Antriebseinheiten und beim Kraftstofffluss.
Künftig soll wieder ein größerer Teil der Leistung vom Verbrennungsmotor kommen. Dafür wird mehr Kraftstoff benötigt. Weil Nachtanken während eines Grand Prix weiterhin verboten ist, reagiert die Formel 1 mit einer einfacheren Lösung: Die Autos müssen weniger Kilometer zurücklegen und sollen dadurch mit einer Tankfüllung über die Distanz kommen.
Drei-Stunden-Regel wird abgeschafft
Auch bei langen Rennunterbrechungen greift die Formel 1 ein. Bislang durfte ein Grand Prix inklusive Unterbrechungen maximal drei Stunden nach dem Start beendet werden. Diese Vorgabe wird ab 2027 gestrichen.
Stattdessen soll es einen festgelegten Endzeitpunkt für sämtliche Rennaktivitäten geben. Die maximale tatsächliche Rennzeit von zwei Stunden bleibt bestehen. Damit sollen die Verantwortlichen bei Regen, Unfällen oder längeren Roten Flaggen mehr Spielraum bekommen und Fans bessere Chancen auf ein möglichst vollständiges Rennen erhalten.
Mehr Spielraum auch im Training
Flexibler wird die Formel 1 auch bei den freien Trainings. Wird eine Session etwa durch einen Unfall oder schlechtes Wetter unterbrochen, soll sie künftig einfacher verlängert werden können.
Derzeit läuft bei einer Roten Flagge die Uhr weiter. Bei einer längeren Unterbrechung verlieren die Fahrer und Teams dadurch einen beträchtlichen Teil ihrer ohnehin begrenzten Trainingszeit.
Getriebe-Regel für 2027 fällt
Eine weitere geplante Einschränkung landet dagegen im Papierkorb. Die vorgesehene Getriebe-Homologation für 2027 kommt nicht. Dadurch können Hersteller und Zulieferer ihre Komponenten weiterhin entwickeln.
Die Entscheidung soll den Zulieferern weiterhin „Spielraum für Entwicklungen“ geben.
Österreich-GP 2027 in Spielberg
Auch für österreichische Formel-1-Fans wird die neue Renndistanz unmittelbar sichtbar. Der Große Preis von Österreich in Spielberg ist für 9. bis 11. Juli 2027 vorgesehen. Auch auf dem Red Bull Ring bedeutet die neue Kilometer-Vorgabe entsprechend weniger Rennrunden.
Bevor sämtliche Änderungen endgültig im Regelwerk landen, steht allerdings noch ein formaler Schritt aus: Der FIA World Motor Sport Council muss die beschlossenen Anpassungen noch bestätigen.
Quellen und weiterführende Informationen
Formula 1: Regulatory changes for 2026 and 2027 agreed at latest F1 Commission meeting