ÖFB-Teamkicker in USA wie einst Beckham, Henry und Ibrahimovic

In der letzten Saison - die amerikanische Liga spielt nach Kalenderjahr - war Orlando das zehntbeste der 27 Teams und blieb in den Meisterschafts-Playoffs in der ersten Runde hängen. Das soll in der am 26. Februar startenden neuen Saison besser werden. Und zwar mit Ercan Kara.

Kara profitiert von "Beckham-Regel"

Dass Vertrauen der Verantwortlichen in Florida in Kara ist groß. So groß, dass der 26-Jährige sogar als "Designated Player" gelistet wird. Das heißt: Nur 350.000 Dollar seines Jahresgehaltes (das zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Dollar liegen dürfte) fallen unter die in den USA nicht besonders üppige Obergrenze, die jeder Klub zur Verfügung hat.

Diese Regel war einst übrigens eingeführt worden, als David Beckham nach Amerika ging: So will man in den USA prominente Spieler anlocken und ihnen ein attraktives Gehalt zusichern. Auch Spieler wie Thierry Henry und Zlatan Ibrahimovic konnten dank der "DP-Regel" (die oft auch als "Beckham-Regel" bezeichnet wird) in die Staaten gelockt werden.

Ex-Milan-Star als Teamkollege

Der prominenteste Name im Kader von Orlando City ist übrigens Alexandre Pato. Der Brasilianer war einst als Wunderkind nach Europa gekommen, von allen Spitzenklubs gejagt. Beim AC Milan - der für den damals 17-Jährigen 22 Millionen Euro hinblätterte - erzielte Pato 51 Tore in 117 Spielen.

Seit letzter Saison ist der mittlerweile 32-Jährige in Orlando unter Vertrag, verletzungsbedingt kam er aber nicht viel zum Einsatz.

"Ercan Kara zu bekommen ist ein großartiger Transfer für uns", so Orlando-Sportchef Luiz Muzzi, "wir glauben, dass uns seine Vielseitigkeit im Angriff viele Möglichkeiten eröffnen wird!" In der letzten Saison ließ Trainer Oscar Pareja übrigens nur mit einem Mittelstürmer spielen. Das heißt: Es ist gut möglich, dass Kara gar nicht so sehr der Angriffspartner für Pato sein soll, sondern sein Nachfolger - oder jener vom nach England abgewanderten Goalgetter Daryl Dike.

Kara hat in Florida einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben, mit einer Option für zwei weitere Saisonen. Seine mögliche Teilnahme am WM-Playoff für Österreich Ende März ist von seinem Amerika-Umzug zumindest theoretisch nicht betroffen: Wenn Teamchef Franco Foda ihn nominiert, ist Kara dabei.

Autor: Philipp Eitzinger, 27.01.2022