Alaba ohne Klub: Was macht Rangnick jetzt
David Alaba war bei der Weltmeisterschaft noch Kapitän und Stammspieler des österreichischen Nationalteams. Rund zwei Monate später hat sich die Situation grundlegend verändert. Seit seinem Vertragsende bei Real Madrid ist der 34-Jährige vereinslos und hat seit dem WM-Aus gegen Spanien am 2. Juli kein Pflichtspiel mehr absolviert. Vor dem Nations-League-Auftakt steht Teamchef Ralf Rangnick damit vor einer schwierigen Entscheidung.
Seit mehr als zwei Monaten ohne Spiel
Alabas bislang letzter Pflichtspieleinsatz liegt mittlerweile mehr als zwei Monate zurück. Am 2. Juli stand der ÖFB-Kapitän beim 0:3 im WM-Sechzehntelfinale gegen Spanien auf dem Platz. Danach endete sein Vertrag bei Real Madrid, einen neuen Arbeitgeber hat er bislang nicht gefunden.
Damit fehlt dem Abwehrspieler nicht nur die Wettkampfpraxis. Auch reguläres Mannschaftstraining auf Klubniveau gibt es für ihn derzeit nicht. Genau dieser Punkt könnte bei der nächsten ÖFB-Nominierung eine entscheidende Rolle spielen.
Die „Salzburger Nachrichten“ gehen aktuell davon aus, dass Alaba unter diesen Umständen für den Nations-League-Auftakt wohl nicht infrage kommt. Eine offizielle Entscheidung des ÖFB oder von Rangnick gibt es allerdings noch nicht.
Nations-League-Auftakt rückt näher
Viel Zeit bleibt Alaba nicht. Österreich startet am 24. September gegen Israel in die neue Nations-League-Saison. Nur drei Tage später folgt das zweite Gruppenspiel gegen den Kosovo. Anfang Oktober warten danach die Auswärtspartien gegen Irland und erneut den Kosovo.
Damit müsste Rangnick abwägen, ob er seinen Kapitän auch ohne aktuelle Vereinspraxis in den Kader beruft. Aus rein sportlicher Sicht wäre eine Nominierung ungewöhnlich, schließlich legt der Teamchef bei seinen Spielern grundsätzlich großen Wert auf Rhythmus und regelmäßige Einsätze.
Auf der anderen Seite ist Alaba innerhalb des Nationalteams kein gewöhnlicher Spieler. Bei der Weltmeisterschaft gehörte er weiterhin zur Stammformation und führte die Mannschaft als Kapitän an.
Alaba besitzt bei Rangnick Sonderstellung
Wie wichtig der 34-Jährige für Rangnick ist, zeigte sich erst wenige Wochen vor der WM. In einem FIFA-Interview bezeichnete der Teamchef Alaba als „ein Geschenk für jeden Trainer und für jede Mannschaft“.
Rangnick betonte dabei ausdrücklich, dass Alabas Bedeutung weit über seine sportliche Rolle hinausgehe. Sein Wort habe innerhalb des Teams enormes Gewicht, zudem sei er eine Respektsperson und bei seinen Mitspielern äußerst angesehen.
Diese Führungsrolle könnte nun für eine Nominierung sprechen. Gleichzeitig müsste Rangnick beurteilen, ob Alaba nach mehr als zwei Monaten ohne Pflichtspiel körperlich und spielerisch bereit für zwei Länderspiele innerhalb weniger Tage ist.
Kadernominierung bringt Klarheit
Am 14. September soll Rangnick seinen Kader für die kommenden Nations-League-Partien bekannt geben. Spätestens dann wird feststehen, ob der Teamchef trotz der ungewöhnlichen Situation weiter auf seinen Kapitän setzt.
Für Alaba könnte auch die weitere Klubsuche eine Rolle spielen. Als vertragsloser Spieler kann er weiterhin bei einem neuen Verein unterschreiben. Zuletzt wurde der ehemalige Bayern- und Real-Star mit mehreren Klubs in Europa sowie mit Club América aus Mexiko in Verbindung gebracht.