Daniel Bachmann: Von der fünften Liga ins ÖFB-Tor

Dürfen wir vorstellen? Torhüter Daniel Bachmann, 26 Jahre alt, geboren in Wiener Neustadt. Sein größter Erfolg: Meister der zweiten englischen Liga und Aufstieg mit Watford in die Premier League. Das sind die wichtigsten Fakten, die es über die neue Nummer 1 im ÖFB-Tor zu wissen gilt. Die meisten Österreicher kannten seinen Namen vor seinem Debüt für das rot-weiß-rote Nationalteam gegen England nicht – was mitunter daran liegt, dass der gebürtige Niederösterreicher in der heimischen Liga kein einziges Match absolvierte und der sportliche Weg des England-Legionärs vor der aktuellen Saison medial wenig Beachtung fand. Dabei ist der steile Aufstieg des 26-jährigen 1,91 Meter-Turms ebenso speziell wie bemerkenswert: Nachdem er die Jugendabteilungen von Sturm, Admira, Rapid und Austria Wien durchlief, wechselte Bachmann mit nur 16 Jahren in den Nachwuchs des damaligen Premier-League-Vereins Stoke City. Dass er bis heute in England lebt, hat er seinem damaligen Tormanntrainer zu verdanken. Der überredete ihn, durchzubeißen, nachdem sich der Österreicher bereits ein Rückflugticket in die Heimat gebucht hatte – zu einschüchternd waren die Eindrücke für den damaligen Jungspund. Die Entscheidung, in England zu bleiben, sollte Daniel Bachmann bis heute nicht bereuen.

Ich komme nicht für einen Heimaturlaub zurück. Ich bin bereit, zu spielen!

Aufstieg in die Premier League

Wenngleich er bei Stoke City nie eine Chance bei den Profis erhielt und zu teils unterklassigen Vereinen verliehen wurde, gelang ihm schließlich doch der Durchbruch. Seit Jänner ist Daniel Bachmann die Nummer 1 im Watford-Tor und mit 13 Zu-Null-Spielen hatte der gebürtige Wiener Neustädter einen großen Anteil am Aufstieg der „Hornets“ in die Premier League. Zum Meistertitel gratulierte selbstverständlich auch Watford-Ehrenpräsident Elton John.

Daniel Bachmann privat

Auch privat hat der ÖFB-Keeper sein Glück auf der Insel gefunden: Frau Francesca ist Engländerin und gemeinsam mit den Kindern Amelia und Henry Bachmanns wichtigste Stütze. Auf die Frage, wie britisch er denn nach zehn Jahren in England sei, antwortete er in einem Interview mit der Zeitung „heute“: „Wenn ich Liegestütz mache, zähle ich zum Beispiel auf Englisch. Träumen tu ich meistens auf Deutsch. Mit den Kindern versuche ich so gut es geht Deutsch zu sprechen.“ Beim Debüt im Freundschaftsspiel gegen England war Bachmanns Frau im Stadion und drückte ausnahmsweise nicht den „Three Lions“ die Daumen. Und dass Daniel Bachmann sich ausgerechnet gegen seine Wahlheimat England für die Position des Einser-Goalies für die EM empfahl, sorgt für ein fast kitschiges Happy End seiner persönlichen Geschichte.

Autor: Sandra Eder, 06.06.2021