„King Harry“: So feiert die Welt den Ballon-d’Or-Sieger
Harry Kane hat zum ersten Mal den Ballon d’Or gewonnen und die internationale Presse feiert den Bayern-Stürmer. Besonders in England wird der Erfolg als historischer Moment eingeordnet. Nach Michael Owen im Jahr 2001 gewinnt erstmals seit 25 Jahren wieder ein Engländer die prestigeträchtigste individuelle Auszeichnung im Weltfußball. Gleichzeitig wird vor allem in Spanien darüber diskutiert, warum Kylian Mbappé und Lamine Yamal das Nachsehen hatten.
England feiert das Ende der langen Wartezeit
In Kanes Heimat steht vor allem die historische Dimension seines Erfolgs im Mittelpunkt. Der „Guardian“ hebt hervor, dass England 25 Jahre auf einen weiteren männlichen Ballon-d’Or-Sieger warten musste. Zuletzt hatte Michael Owen die Auszeichnung 2001 gewonnen.
Der Tenor ist eindeutig: Kane wird nicht nur für eine außergewöhnliche Saison gewürdigt, sondern auch für seinen langen Weg an die Spitze. Der 33-Jährige hatte über viele Jahre zu den besten Stürmern der Welt gehört, war aber lange ohne große Mannschaftstitel geblieben.
Nun ist auch diese Erzählung Vergangenheit. Nach seinem Wechsel von Tottenham zum FC Bayern gewann Kane Titel und erreichte mit dem Ballon d’Or den bislang größten individuellen Höhepunkt seiner Karriere.
Frankreich spricht von Kanes Krönung
Auch in Frankreich wird der Engländer gefeiert. „Le Parisien“ beschreibt seinen Erfolg als Krönung eines Torjägers, der sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt habe.
Kane sei lange vor allem auf seine Abschlussqualitäten reduziert worden. In München habe er sich jedoch zu einem kompletteren Spieler entwickelt, der sich stärker am Spielaufbau beteiligt und weit mehr als nur Tore liefert.
„Le Monde“ betont ebenfalls den historischen Aspekt und erinnert daran, dass England seit Owen ein Vierteljahrhundert auf einen weiteren Sieger warten musste. Zusätzlich wird Kanes außergewöhnliche Saison mit 73 Toren für Verein und Nationalteam hervorgehoben.
Spanien diskutiert über Mbappé und Yamal
Deutlich kritischer wird das Ergebnis in Spanien betrachtet. Dort richtet sich der Fokus weniger auf Kane selbst als auf die Frage, warum Kylian Mbappé und Lamine Yamal nicht gewonnen haben.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Yamal mit Spanien Weltmeister wurde, während Mbappé individuell ebenfalls eine herausragende Saison spielte. Dennoch entschied sich die Jury für Kane.
Spanische Medien verweisen darauf, dass die Abstimmung äußerst knapp ausgefallen sein soll. Kane setzte sich letztlich vor Mbappé und Yamal durch. Die Diskussion zeigt, wie eng das Rennen um den Ballon d’Or 2026 tatsächlich gewesen ist.
Deutschland würdigt Kanes Karrierehöhepunkt
Auch in Deutschland ist die Resonanz groß. Sky spricht von der „Krönung von King Harry“ und stellt den Erfolg des Bayern-Stürmers in den Mittelpunkt.
Besonders hervorgehoben wird Kanes Auftreten abseits seiner Tore. Trotz der größten individuellen Auszeichnung seiner Karriere stellte der Engländer in seiner Dankesrede seine Mannschaft, seine Familie und sein Umfeld in den Vordergrund.