Nach 22 Jahren: Arsenal ist englischer Meister
Inhalt
- Arsenal jubelt „vom Sofa aus“
- Erster Titel seit 2004
- Arteta tritt aus Guardiolas Schatten
- Guardiola vor bitterem Abschied
- Nachfolger offenbar schon gefunden
Der FC Arsenal ist erstmals seit 22 Jahren wieder englischer Fußballmeister. Die Gunners profitierten am Dienstagabend von einem Patzer von Manchester City und sicherten sich damit vorzeitig den Titel in der Premier League. Weil City beim AFC Bournemouth nicht über ein 1:1 hinauskam, ist Arsenal eine Runde vor Saisonende nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Für den Traditionsklub aus London endet damit eine der längsten Titel-Durststrecken der Vereinsgeschichte.
Arsenal jubelt „vom Sofa aus“
Die Entscheidung fiel dabei nicht einmal auf dem Platz. Arsenal hatte bereits am Montagabend mit einem 1:0-Heimsieg gegen Burnley vorgelegt und musste anschließend auf Schützenhilfe hoffen. Diese kam am Dienstag aus Bournemouth.
Manchester City enttäuschte über weite Strecken und wirkte phasenweise überraschend ideenlos. Eli Junior Kroupi brachte Bournemouth in der 39. Minute in Führung. Erst tief in der Nachspielzeit gelang Erling Haaland noch der Ausgleich zum 1:1, zu spät für City. Mit vier Punkten Vorsprung ist Arsenal nun endgültig durch.
Erster Titel seit 2004
Für Arsenal ist es die 14. Meisterschaft der Vereinsgeschichte und die erste seit der legendären „Invincibles“-Saison 2003/04 unter Arsène Wenger. Damals blieb Arsenal über die gesamte Saison ungeschlagen. In den vergangenen Jahren war der Klub mehrfach knapp gescheitert und musste sich dreimal hintereinander mit Platz zwei zufriedengeben.
Diesmal hielt das Team von Trainer Mikel Arteta dem Druck stand. Seit der siebenten Runde stand Arsenal beinahe durchgehend an der Tabellenspitze.
Arteta tritt aus Guardiolas Schatten
Für Mikel Arteta bedeutet der Titelgewinn den größten Erfolg seiner bisherigen Trainerkarriere. Besonders pikant: Der Spanier arbeitete früher selbst als Co-Trainer unter Pep Guardiola bei Manchester City. Nun holt der 44-Jährige erstmals selbst die Premier-League-Trophäe und tritt endgültig aus dem Schatten seines ehemaligen Mentors.
Die Saison könnte für Arsenal sogar noch historischer werden. Am 30. Mai treffen die Londoner im Finale der Champions League auf Paris Saint-Germain und könnten das nächste große Kapitel schreiben.
Guardiola vor bitterem Abschied
Während Arsenal jubelt, droht die Guardiola-Ära bei Manchester City glanzlos zu enden. Laut mehreren Medienberichten soll der Spanier seinen Rücktritt bereits intern angekündigt haben. Demnach informierte Guardiola seine Spieler am Montagabend in einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz über seinen geplanten Abschied.
Besonders ärgerte ihn offenbar, dass die Nachricht bereits zuvor an die Medien gelangt war. Nach zehn Jahren bei Manchester City könnte damit eine der erfolgreichsten Trainer-Ären im europäischen Fußball zu Ende gehen.
Nachfolger offenbar schon gefunden
Trotz der enttäuschenden Saison bleibt Guardiolas Bilanz bei City beeindruckend.
Unter seiner Führung gewann Manchester City:
- sechs Meisterschaften
- mehrfach den FA Cup
- den Ligacup
- die Champions League 2023
Als möglicher Nachfolger gilt laut Berichten Ex-Chelsea-Coach Enzo Maresca. Der Italiener arbeitete bereits früher als Co-Trainer unter Guardiola bei Manchester City und soll intern als Favorit gelten.