Gebrochener Finger: Potapova siegt trotzdem
Inhalt
- Nervenschlacht im ersten Satz
- Kontrolle im zweiten Durchgang
- Belohnung wartet: Duell mit Sabalenka
- Konstante Entwicklung
Anastasia Potapova sorgt bei den Australian Open 2026 für ein echtes Highlight aus österreichischer Sicht. Die 23-jährige Neo-Österreicherin hat am Mittwoch die dritte Runde des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres erreicht und damit ein kleines Stück Tennis-Geschichte geschrieben. Bei ihrem ersten Major-Auftritt unter rot-weiß-roter Flagge bezwang Potapova die höher eingestufte Britin Emma Raducanu nach 92 intensiven Minuten mit 7:6(3), 6:2.
Nervenschlacht im ersten Satz
Der Start in die Partie verlief alles andere als ruhig. Gleich fünf Breaks in Folge prägten den Beginn, ehe Potapova mit 2:4 in Rückstand geriet. Doch die Rechtshänderin bewies Nervenstärke: Beim Stand von 4:5 gelang ihr das Rebreak, sie rettete sich in den Tiebreak und entschied diesen souverän mit 7:3 für sich.
„Es war extrem wichtig, mental ruhig zu bleiben“, sagte Potapova nach dem Match. „Ich wusste, dass ich mein Niveau halten kann, auch wenn der Start schwierig war.“
Kontrolle im zweiten Durchgang
Im zweiten Satz übernahm die Wahl-Österreicherin früh das Kommando. Mit druckvollen Returns und mutigem Grundlinienspiel zog sie rasch auf 3:0 davon. Zwar musste sie ihr Service einmal abgeben, doch der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Beim zweiten Matchball war es schließlich so weit: Potapova machte den Sack zu und jubelte ausgelassen.
Bemerkenswert: Die 1,75 Meter große Athletin spielt das Turnier in Melbourne mit einem gebrochenen linken Zeigefinger, davon war auf dem Platz allerdings wenig zu sehen.
Belohnung wartet: Duell mit Sabalenka
In der dritten Runde wartet nun die wohl größte Herausforderung: Aryna Sabalenka. Die Weltranglistenerste aus Belarus ließ der Chinesin Bai Zhuoxuan beim 6:3, 6:1 keine Chance und geht als klare Favoritin ins Duell mit Potapova.
Die bisherige Bilanz spricht gegen die Neo-Österreicherin: Zwei Begegnungen gab es bislang, beide gingen glatt an Sabalenka. „Ich habe nichts zu verlieren“, erklärte Potapova selbstbewusst. „Solche Matches sind der Grund, warum man Tennis spielt.“
Konstante Entwicklung
Für Potapova ist es bereits das siebente Mal, dass sie die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Ihr bisher bestes Major-Ergebnis erzielte sie bei den French Open 2024 mit dem Einzug ins Achtelfinale. Dass sie diesen Erfolg nun im Trikot Österreichs feiern darf, verleiht dem Ganzen eine besondere Note. Ihre Verbindung zum Tennis reicht weit zurück: Potapovas Großmutter war einst russische Nationalteamtrainerin und brachte ihre Enkelin früh zum Sport.
Auch aus österreichischer Sicht geht das Tennis-Märchen in Melbourne weiter. Am Donnerstag kämpft Julia Grabher um den Einzug in die dritte Runde. Die Vorarlbergerin trifft im zweiten Spiel nach 1.00 Uhr MEZ auf die an Nummer 31 gesetzte Russin Anna Kalinskaja. Mit Potapova und Grabher könnte Österreich erstmals seit Jahren gleich zwei Spielerinnen in der dritten Runde der Australian Open stellen.