Wolfgang Ambros: „Aufhören wäre fad“
Was hat Sie – 14 Jahre nach Ihrem letzten Studioalbum – spüren lassen: Jetzt ist wieder die richtige Zeit für neue Musik?
Wolfgang Ambros: Also, dass wir gar nichts veröffentlicht haben, stimmt so auch nicht. Das eine oder andere haben wir schon veröffentlicht – entweder, weil mir etwas eingefallen ist oder weil jemand anderem etwas eingefallen ist und es einfach eine Gelegenheit war. Und so war‘s diesmal eigentlich auch.
Den Anstoß dazu soll Ihr langjähriger Gitarrist gegeben haben. Wie war der Moment, als aus einer Idee plötzlich die Lust entstand, neue Songs aufzunehmen?
Wolfgang Ambros: Das stimmt. Der Roli hat die Nummer übersetzt und irgendwann gefragt, ob ich mir vorstellen kann, das zu singen. Ich hab’s mir angehört und gleich gemerkt, dass ich schon Lust drauf hab‘. Wir haben’s ja erst einmal nur live gespielt und auch nur in der kleinen Besetzung. Dass das mal eine Nummer für die Band werden könnte, die Idee kam erst später.
Sie haben einmal gesagt, dass Sie eigentlich alles gesagt hätten, was Sie sagen wollten. Was hat sich seither verändert?
Wolfgang Ambros: Gar nichts. Der Meinung bin ich nach wie vor.
Sie veröffentlichen die neuen Lieder ausschließlich digital. Hat sich dadurch Ihre Art verändert, Musik entstehen zu lassen?
Wolfgang Ambros: Ich hab‘ meine Lieder immer so geschrieben, wie sie mir eingefallen sind und das, was ich veröffentlicht habe, professionell produziert:
„Die Sunnseitn vom Lebn“ ist Ihre Version eines legendären „Monty Python“-Songs.
Wolfgang Ambros: Na ja, ich kenn‘ den Film und die Monty Pythons natürlich. Und für genau diese Art Humor hab‘ ich einfach was übrig.
Was ist für Sie guter Humor?
Wolfgang Ambros: Das kann ich so genau nicht beantworten. Es gibt Sachen, die finde ich rasend komisch und andere eher nicht. Ich weiß gar nicht, ob man Humor überhaupt erklären kann oder muss.
Seit mehr als fünf Jahrzehnten stehen Sie auf der Bühne. Gibt es heute Momente während eines Konzertabends, die Sie vielleicht sogar mehr berühren als früher?
Wolfgang Ambros: Na sicher! Es gibt immer Momente, die einem unter die Haut gehen. Ich hab’ das große Glück, dass zu uns Menschen ins Konzert kommen, die ausgelassen mitsingen und auch konzentriert zuhören können. Zu spüren, dass da wirklich was ankommt, das berührt mich zum Beispiel.
Was bedeutet es Ihnen, dass Ihre Lieder Menschen über Generationen hinweg begleiten?
Wolfgang Ambros: Das ist für mich eines der größten Geschenke. DAS freut mich richtig. Wenn ich sehe, dass ganze Familien zu uns kommen und zusammen einen schönen Abend haben.
Sie könnten längst auf ein außergewöhnliches Lebenswerk zurückblicken und sich zurücklehnen. Was hält Sie am Tun?
Wolfgang Ambros: Könnte ich. Wär aber fad. Ich hab‘ Freude daran, ganz entspannt öffentlich Musik zu machen. Und so lange es Leute gibt, denen das gefällt und die zu uns in die Konzerte kommen und so lange es mir Spaß macht, hab’ ich keinen Grund, damit aufzuhören.
Fällt es Ihnen heute leichter, die „Sunnseitn“ zu sehen, und wo finden Sie Ihre persönliche „Sunnseitn vom Lebn“?
Wolfgang Ambros: Sagen wir so: Ich sehe sie bewusster. Finden kann ich sie an allen möglichen Orten und mit allen möglichen Menschen – jeden Tag. Man muss halt hinschauen …