Karl "Mundl" Merkatz verstorben

Der österreichische Kultschauspieler ist wenige Tage nach seinem 92. Geburtstag von uns gegangen.
Autor: Stefan Kohlmaier, 04.12.2022 um 12:35 Uhr

Nachdem vor gut einer Woche mit Christiane Hörbiger bereits für eine Institution des österreichischen Kulturbetriebes der letzte Vorhang gefallen war, folgte ihr nun mit Karl Merkatz ein nicht minder legendärer Mime nach.

>>> Erst vor kurzem musste Österreichs Kulturszene von Christiane Hörbiger Abschied nehmen<<<

Rollen für die Ewigkeit

Merkatz hat sich als liebenswerter, zu humoristischen Wutausbrüchen neigender Prolet Edmund „Mundl“ Sackbauer in der erfolgreichen TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ (1975 - 1979) in die Herzen unzähliger Österreicher gespielt. Mit der Rolle des renitenten, gegen autoritäre Obrigkeiten aufbegehrenden Fleischhauers „Karl Bockerer“ in Franz Antels "Bockerer"-Tetralogie fügte er der heimischen Filmgeschichte außerdem eines ihrer glorreichsten Kapitel hinzu – der erste Teil der Reihe wurde 1982 für den Auslandsoscar nominiert. Darüber hinaus wirkte Merkatz in über 150 Bühnenstücken mit und galt als Spezialist für Nestroy-, Raimund- und Shakespeare-Figuren.

Karl Merkatz, der am Set des Spielfilms "Der Bockerer" mit Regisseur Franz Antel spricht

Gelernter Tischler

Der gebürtige Wiener Neustädter verliebte sich bereits als Kind in das Theater und engagierte sich in einer Laiengruppe. Da seine Eltern jedoch darauf drängten, dass er ein solides Handwerk erlernen möge, absolvierte er zunächst eine Tischlerlehre. Anschließend kehrte er jedoch zu seiner wahren Leidenschaft zurück und begann ein Studium am Mozarteum in Salzburg, das er 1955 mit Auszeichnung abschloss. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er daraufhin im Kleinen Theater in Heilbronn und am Salzburger Landestheater, bevor er schlussendlich am renommierten Thalia Theater in Hamburg und den Münchner Kammerspielen verpflichtet wurde.

Mehrfach preisgekrönt

Merkatz wurde für seine schauspielerischen Leistungen mehrfach ausgezeichnet: So wurden ihm unter anderem das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, die Goldene Romy sowie der Deutsche Filmpreis (Filmband in Gold) verliehen. 2005 erschien seine Autobiografie „So bin ich“, in der er seine Karriere Revue passieren ließ.