Scarlett Johansson vs. Disney: Wer kriegt das Geld?

Scarlett Johansson ist bereit, in den Kampf zu ziehen: Das gilt nicht nur für ihre Rolle im neuen Actionfilm „Black Widow“, sondern auch für ihre eigene Karriere. Die Schauspielerin reichte in Los Angeles eine Klage gegen den Medienkonzern Disney ein, der den neuesten Teil der Marvel-Saga zeitgleich in den Kinos und auf der Streamingplattform Disney+ erschienen ließ. Das sei, laut Johansson, Vertragsbruch. Ihr sei eine exklusive Veröffentlichung auf Leinwand zugesichert worden, heißt es. Für die 36-Jährige geht es dabei um eine Menge Geld, denn ihr Verdienst basiert auf den Kinoeinnahmen. Mit der Verfügbarkeit des Filmes auf Disney+, wo der Film aktuell 30 Dollar kostet, werde das Einspielergebnis der Kinos geschmälert und ihr Gehalt verringert. Mit diesem Trick habe sich Disney rund 50 Millionen Dollar gespart, heißt es aus Insider-Kreisen. 

Disney kontert

Das Unterhaltungsunternehmen dementiert die Vorwürfe der Schauspielerin in einer öffentlichen Stellungnahme. Es habe kein Vertragsbruch stattgefunden, außerdem sei die Klage „besonders traurig und beunruhigend, weil sie die schrecklichen und langanhaltenden globalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ignoriert". Johansson soll für den Film eine Gage in Höhe von 20 Millionen Dollar bekommen haben.

Konsequenzen für Unterhaltungsriesen

Für Unterhaltungskonzerne könnte diese Klage zu einem gefährlichen Präzedenzfall werden. Warner Bros. kündigte beispielsweise bereits an, sein gesamtes Angebot an Filmen zeitgleich mit dem Kinostart auch auf der Streamingplattform HBO Max zu veröffentlichen. Dadurch würden laut Experten Vertragsanpassungen in der Höhe von 200 Millionen US-Dollar fällig werden und es könnte eine wahre Flut an Klagen folgen. „Das wird sicherlich nicht der letzte Fall sein, in dem sich Hollywood-Schauspieler gegen Disney wehren und deutlich machen, dass das Unternehmen, was auch immer es vorgeben mag, rechtlich verpflichtet ist, seine Verträge einzuhalten", verkündet Johanssons Anwalt John Berlinski.

Autor: Teresa Frank, 03.08.2021