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Monika Gruber lehnt an einer Bar.
Das Buch "Willkommen im falschen Film" hat Monika Gruber gemeinsam mit dem Journalisten Andreas Hock geschrieben.
Das Buch "Willkommen im falschen Film" hat Monika Gruber gemeinsam mit dem Journalisten Andreas Hock geschrieben.
Florian Peljak / SZ-Photo / picturedesk.com

Satire-Scharmützel: Gruberin fährt Krallen aus

31.01.2024 um 17:10, Simone Reitmeier
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Der Wirbel um Monika Grubers neues Buch nimmt kein Ende. Jetzt fährt die Kult-Kabarettistin schwere Geschütze auf und weist die Bloggerin in ihre Schranken.

Der Schlagabtausch zwischen Kult-Kabarettestin Monika Gruber und Roma Maria Mukherjee will einfach kein Ende nehmen. Immer wieder macht die Bloggerin gegen Gruber und Co-Autor Andreas Hock mobil, wirft ihnen Rassismus und die Veröffentlichung ihres Klarnamens vor. Die Debatte um das Buch "Willkommen im falschen Film" tobt seit Wochen und hat einen Shitstorm sondergleichen ausgelöst. Nun hat die Gruberin ein Machtwort gesprochen und über ihren Anwalt eine – recht umfangreiche – Presseaussendung mit dem Titel "Wir lassen uns Satire nicht verbieten" veröffentlichen lassen.

Rückblick: Worum geht’s?

Im Grunde geht es nur um eine Passage, in der Monika Gruber und Andreas Hock eine Aussage von Roma Maria Mukherjee aufgreifen, die diese im Frühjahr vergangenen Jahres auf Twitter veröffentlicht hatte: "Rechtsextreme Frauen unterwandern aktuell aktiv auch die textile Hobbyszene (z.B. zum Thema Stricken). Bitte setzt euch aktiv damit auseinander, wer was anbietet und wer Angebote bietet." Für Gruber, die bekanntlich kein Blatt vor den Mund nimmt, ein gefundenes Fressen. Im Buch macht sie sich darüber lustig, nennt das Geschwurbel und groteskes Gedankengut, Mukherjee selbst bezeichnet sie als Tugendwächterin, die einen rechtsradikalen Strickzirkel wittere. Die wiederum fühlt sich beleidigt, man wolle sie nur denunzieren. Außerdem wirft sie den Autoren rassistische Äußerungen und die Nennung ihres vollen Namens im Buch vor.

Gruber fährt schwere Geschütze auf

Wer Monika Gruber kennt, weiß auch, dass die 52-Jährige nicht leicht aus der Fassung zu bringen ist und schon gar nicht gerne klein bei gibt. Über ihren Anwalt weist sie die Bloggerin nun in die Schranken. Das Buch habe einen "völlig irrationalen Shitstorm" ausgelöst, "der Satire bewusst missversteht und sich gezielt gegen die grundrechtlich geschützte Kunstfreiheit richtet", heißt es in dem Schreiben. Die Kritik der "besagten Bloggerin" entbehre jeder Grundlage und sei scheinheilig, denn: "Satire darf überspitzen, ins Lächerliche ziehen und anprangern und damit erst recht öffentlich geäußerten Positionen den Spiegel vorhalten. Wer das nicht erträgt, sollte den öffentlichen Diskurs schlichtweg meiden". Zudem betreibe Mukherjee für jedermann einsehbare Social-Media-Profile unter ihrem Klarnamen, auf denen sie regelmäßig ihre Positionen mit der Öffentlichkeit teile - und damit gegen die Autoren und den Piper-Verlag Hass schüre.

Geringe Änderungen bei Neuauflage

Um der Debatte Herr zu werden, hat der Piper Verlag bereits Ende 2023 angekündigt, betreffende Passage entsprechend anzupassen. Laut dem Anwalt von Gruber und Hock handle es sich dabei jedoch nur um geringe sowie freiwillige Anpassungen, die den satirischen Gehalt des Werkes nicht berühren. "Monika Gruber und Andreas Hock distanzieren sich von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung und haben sich in ihrem Buch ebenso wenig rassistisch geäußert, wie auch die Rechte von Personen verletzt." Sie seien vielmehr entsetzt über die "Aggressivität und Vehemenz", mit der die Angriffe – persönliche Diffamierungen, Boykottaufrufe sowie Verbotsforderungen – geführt würden. "In diesem Verhalten zeigt sich nach Ansicht der Autoren, dass vor allem diejenigen, die Satire mundtot machen und Bücher verbieten wollen, in Wahrheit zutiefst intolerant und antidemokratisch handeln."

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