Paul Pizzera über Kindheit: "Physische wie psychische Gewalt"
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Paul Pizzera zählt heute zu den erfolgreichsten Musikern Österreichs. Gemeinsam mit Otto Jaus begeistert er seit Jahren tausende Fans und sorgt regelmäßig für ausverkaufte Hallen. In der neuen ORF-Doku „Dok 1: Vom Talent zum Superstar – Der harte Weg zum Ruhm“ zeigt sich der Musiker nun aber von einer sehr persönlichen Seite. Dabei spricht Paul Pizzera nicht nur über seinen schwierigen Weg zum Erfolg, sondern auch offen über psychische Belastungen und seine Kindheit.
Vor dem großen Durchbruch sei die Karriere alles andere als leicht gewesen. Für wenig Geld habe der Musiker Auftritte gespielt und sei quer durchs Land gefahren. Mit dem Erfolg kamen jedoch auch Druck und hohe Erwartungen. „Das war dann auch der Punkt, wo mir das dann ein bisschen zu viel geworden ist“, erzählt Pizzera in der Sendung. Schließlich habe er sich therapeutische Hilfe gesucht, um besser mit den Belastungen umgehen zu können.
Paul Pizzera: Schwierige Beziehung zum Vater
Besonders emotional wird die Doku, als Paul Pizzera über seine Familie spricht. Vor allem die Beziehung zu seinem Vater habe ihn über viele Jahre geprägt. Der Musiker schildert, dass er schon früh das Gefühl gehabt habe, ständig Leistung bringen zu müssen, um Anerkennung zu erhalten.
„Für meinen Erzeuger war ich nie gut genug“, sagt Pizzera offen vor der Kamera. Die Erfahrungen aus seiner Kindheit hätten ihn bis heute beeinflusst und seien ein Grund für viele Selbstzweifel gewesen. Gerade weil der Musiker in der Öffentlichkeit meist humorvoll und locker auftritt, wirken seine Aussagen besonders eindringlich.
Gewalt in der Kindheit
Noch deutlicher wird Paul Pizzera, als er über Gewalt in seiner Kindheit spricht. Der Musiker berichtet in der ORF-Doku von psychischer und physischer Gewalt durch seinen Vater. „Ich habe durch meinen Vater physische wie psychische Gewalt erlebt und war außer Leistung nichts wert“, erklärt der Sänger offen.
Mit seiner Offenheit möchte Pizzera auch ein Zeichen setzen. Das Thema mentale Gesundheit müsse stärker enttabuisiert werden, vor allem bei Männern. Viele Betroffene hätten Angst davor, über psychische Probleme zu sprechen oder Hilfe anzunehmen. Genau darauf wolle der Musiker aufmerksam machen.
Die Doku „Dok 1: Vom Talent zum Superstar – Der harte Weg zum Ruhm“ ist auf ORF ON abrufbar.