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Historisches Porträt des jungen Lukas Resetarits mit braunen Haaren und dunkler Lederjacke.
Lukas Resetarits in jungen Jahren: Als Major Kottan wird er zum Kultstar, mit politischem Kabarett prägt er Österreich über Jahrzehnte.
Lukas Resetarits in jungen Jahren: Als Major Kottan wird er zum Kultstar, mit politischem Kabarett prägt er Österreich über Jahrzehnte.
APA-Images / brandstaetter images / Votava

Lukas Resetarits hört auf: So wurde er zur Legende

28.10.2026 um 16:04, Stefanie Hermann
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Lukas Resetarits hört auf: 49 Jahre Kabarett, 30 Soloprogramme und die Kultrolle als Major Kottan. Die bewegte Karriere einer österreichischen Legende.

49 Jahre auf der Bühne, 30 Soloprogramme und eine Fernsehrolle, die ihn unsterblich macht: Lukas Resetarits (79) zählt zu den größten Kabarettisten Österreichs. Mit seinem unverwechselbaren Schmäh, scharfer Gesellschaftskritik und als legendärer Major Kottan begeistert er Generationen. Jetzt zieht der Publikumsliebling mit sofortiger Wirkung einen Schlussstrich unter seine Bühnenkarriere.

​Vom Burgenland nach Wien

Am 14. Oktober 1947 kommt Erich Lukas Resetarits in Stinatz im Burgenland zur Welt. Er wächst in einer burgenlandkroatischen Familie auf, die Anfang der Fünfzigerjahre nach Wien übersiedelt. Dort besucht er die Schule, maturiert und beginnt ein Studium der Psychologie und Philosophie.

Sein Weg auf die Bühne ist keineswegs vorgezeichnet. Resetarits arbeitet unter anderem am Bau und als Flugzeugabfertiger am Flughafen Schwechat. Gleichzeitig entdeckt er seine Leidenschaft für Musik, Satire und Kabarett.

​Die Schmetterlinge und der Start ins Kabarett

In den Siebzigerjahren findet Resetarits Anschluss an die politisch engagierte Musikgruppe „Schmetterlinge“, bei der auch sein Bruder Willi mitwirkt. Er schreibt Texte und Conférencen und steht 1976 bei der „Proletenpassion“ auf der Bühne. Auch in der Kabarettgruppe „Keif“ sammelt er erste Erfahrungen.

1977 wagt er schließlich den Schritt zur Solokarriere. Sein erstes Programm „Rechts Mitte Links“ feiert Premiere. Damit beginnt eine Bühnenlaufbahn, die fast fünf Jahrzehnte dauern soll.

​Mit politischem Schmäh zum Publikumsliebling

Schon früh macht Resetarits klar, dass er nicht bloß unterhalten will. Er nimmt Politiker, gesellschaftliche Missstände und österreichische Eigenheiten aufs Korn. Programme wie „A Krise muaß her“, „Haben schon gewählt“, „Nur kane Wellen“ und „Ka Zukunft“ zeigen, wie eng sein Kabarett mit dem politischen Geschehen verbunden ist.

Seine Stärke liegt in der Mischung aus präziser Beobachtung, scharfem Witz und Wiener Schmäh. Resetarits kann sein Publikum zum Lachen bringen und ihm im nächsten Moment den Spiegel vorhalten.

​Als Major Kottan wird er zur Fernsehlegende

Der endgültige Durchbruch beim breiten Publikum gelingt ihm mit „Kottan ermittelt“. Von 1981 bis 1983 verkörpert Resetarits den eigenwilligen Major Adolf Kottan und macht die Figur zu einem Kultphänomen.

Die Krimiparodie von Helmut Zenker und Peter Patzak setzt auf schwarzen Humor, absurde Situationen und bissige Gesellschaftskritik. Resetarits trifft mit seiner Darstellung genau den Ton der Serie. Bis heute zählt Major Kottan zu seinen bekanntesten Rollen.

​Auch im Fernsehen bleibt er unverwechselbar

Doch Kottan ist längst nicht sein einziger Erfolg vor der Kamera. Resetarits wirkt auch in Produktionen wie „Kaisermühlenblues“, „Tohuwabohu“ und „D.O.R.F.“ mit. Dabei beweist er, dass sein Talent weit über das politische Kabarett hinausreicht.

​Ein Programm nach dem anderen

Während ihn das Fernsehen zum Star macht, bleibt die Kabarettbühne sein künstlerisches Zuhause. In den Achtziger- und Neunzigerjahren folgen zahlreiche Soloprogramme, darunter „I oder I“, „Nichts geht mehr“, „Zu blöd“, „Heimspiel“, „Alles zurück“ und „Kein Grund zum Feiern“.

Auch nach der Jahrtausendwende denkt Resetarits nicht ans Aufhören. Mit „Niemandsland“, „Zeit“, „UN RUHE STAND“, „Schmäh“ und „Wurscht“ setzt er seine Karriere fort. Seine Themen verändern sich mit der Zeit, sein kritischer Blick auf Österreich bleibt.

​Tochter Kathrin wird zur Wegbegleiterin

Auch seine Familie spielt in seinem künstlerischen Leben eine wichtige Rolle. Seine Tochter Kathrin Resetarits arbeitet als Regisseurin und Autorin und begleitet zahlreiche Projekte ihres Vaters. Die Zusammenarbeit verbindet familiäre Nähe mit gemeinsamer kreativer Arbeit.

Zu seiner bekannten Künstlerfamilie gehören außerdem seine Brüder Willi Resetarits, der 2022 verstorbene Musiker, und Peter Resetarits, der als ORF-Journalist bekannt ist.

​Zahlreiche Preise für sein Lebenswerk

Seine Arbeit wird über Jahrzehnte hinweg mit bedeutenden Auszeichnungen gewürdigt. Dazu zählen der Nestroy-Ring, der Deutsche Kleinkunstpreis, der Deutsche Kabarettpreis und der Salzburger Stier.

Auch die Stadt Wien ehrt den Künstler für seine Verdienste. Erst am 9. Oktober 2026 werden Lukas Resetarits und sein Bruder Peter von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gemeinsam ausgezeichnet. Ludwig würdigt den Kabarettisten für seine kritische Haltung, seinen sprachlichen Witz und seine tiefe Verbundenheit mit Wien. Die Auszeichnung ist eine weitere Anerkennung für ein außergewöhnliches Lebenswerk.

​Nach 49 Jahren ist plötzlich Schluss

2025 präsentiert Resetarits mit „Glück“ sein 30. Soloprogramm. Fast 50 Jahre nach seinem Debüt steht er damit noch immer auf der Bühne und begeistert sein Publikum. Doch die Auftritte verlangen dem inzwischen 79-Jährigen zunehmend mehr ab. Die körperliche Belastung steigt, ebenso der Stress.

Am 28. Oktober 2026 folgt die überraschende Nachricht: Lukas Resetarits beendet mit sofortiger Wirkung seine Bühnenkarriere. Das bestätigt sein Management und bittet darum, die Entscheidung zu respektieren.

Damit endet eine außergewöhnliche Laufbahn. Vom Flughafenarbeiter zum politischen Kabarettisten, vom Major Kottan zum vielfach ausgezeichneten Publikumsliebling: Lukas Resetarits prägt die österreichische Unterhaltungslandschaft über Generationen hinweg.

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