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Karl Lagerfeld steht in dunklem Anzug und Sonnenbrille vor einem großen Foto seiner weißen Katze Choupette mit blauen Augen – Themenbild für die Anfechtung seines Testaments.
Karl Lagerfeld hat seine Katze Choupette großzügig bedacht, jetzt wird sein Testament angefochten.
Karl Lagerfeld hat seine Katze Choupette großzügig bedacht, jetzt wird sein Testament angefochten.
APA-Images / dpa Picture Alliance / Eventpress Kugler

Lagerfeld-Erbe: Testament angefochten – Millionen wackeln

04.02.2026 um 14:43, Anna Kirschbaum
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Karl Lagerfelds Erbe sorgt für Aufsehen: Sein Testament wurde angefochten, das Millionenvermögen steht auf der Kippe. Nur Katze Choupette ist sicher.

Sieben Jahre nach seinem Tod warten Karl Lagerfelds Erben noch immer auf die Verteilung des Nachlasses. Wie es jetzt aussieht, könnte sich das Verfahren sogar noch weiter hinziehen. Grund: Das Testament des 2019 verstorbenen Modezaren wurde angefochten. Damit steht plötzlich die gesamte Erbregelung auf dem Prüfstand. Ausgerechnet jene Verwandten, die der 85-jährig verstorbene Lagerfeld bewusst ausgeschlossen und enterbt hatte, könnten nun doch noch Anspruch auf das Erbe erheben.

Das Vermögen, bestehend aus Immobilien, Kunstwerken und Finanzwerten, wird derzeit auf rund 200 Millionen Euro geschätzt.

Testament: Wer erbt Lagerfelds Millionen?

„Ein schräger Blick von jemandem, dann wird er gestrichen, dann kriegt der nichts mehr“, hat Lagerfeld 2015 gegenüber dem Spiegel gesagt. Drei Jahre vor seinem Tod hat der eigenwillige Modedesigner seinen letzten Willen deshalb auch klipp und klar geregelt.

Neben seiner geliebten Katze Choupette („Schmusekätzchen“), die er schon zu Lebzeiten versorgt hat, zählen sein Patenkind Hudson Kroenig (17), die Models Brad Kroenig (46) und Baptiste Giabiconi (36) sowie Lagerfelds langjähriger Assistent Sébastien Jondeau (50) zu den Haupterben.

Lagerfeld-Testament wird angefochten

Ausgerechnet diese sollen nun aber ein Schreiben vom Nachlassverwalter Christian Boisson bekommen haben, wie die Bunte berichtet. Demnach wird das 2016 aufgesetzte Testament angefochten. Wer die Anfechtung eingebracht hat und weshalb, ist aktuell nicht bekannt.

„Wir unterliegen der Schweigepflicht. Somit darf ich nichts kommentieren, was den Nachlass von Karl Lagerfeld betrifft“, sagt Frédéric Heurté, Mitarbeiter des Nachlassverwalters Christian Boisson, zur Bild-Zeitung.

Möglich ist, dass Zweifel an Lagerfelds Testierfähigkeit eine Rolle spielen – ein häufiges Argument, vor allem bei prominenten Erbstreitigkeiten. Auch in Frankreich und Monaco kann ein Testament für nichtig erklärt werden, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt der Erstellung etwa aufgrund einer Demenzerkrankung nicht zurechnungsfähig war. In diesem Fall tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Neffen und Nichten rücken nach

Da der Designer unverheiratet und kinderlos war, würden im Falle einer Aufhebung des Testaments seine Neffen und Nichten erben. Unter ihnen: Thoma Gräfin von der Schulenburg, Tochter seiner verstorbenen Schwester Thea.

Warum das Erbe auf Eis liegt – Steuerstreit als zweite Front

Die testamentarisch verfügten Erben bangen aber nicht erst seit der kolportierten Anfechtung um das Millionenerbe. Seit dem Ableben von Karl Lagerfeld belastet ein Steuerkonflikt den Nachlass. Dass der Modezar seinen Hauptwohnsitz in Monaco hatte, wo die Einkommensteuer für die meisten Bewohner entfällt, bezweifelt der französische Fiskus. Das französische Finanzamt geht von einem Lebensmittelpunkt in Paris aus. Die Folge könnten Steuernachforderungen zwischen 20 und 40 Millionen Euro sein.

Katze Choupette bleibt versorgt

Ein Detail aber steht jetzt schon fest: Lagerfelds Birma-Katze Choupette bleibt versorgt. Für sie hatte der Designer rechtzeitig vorgesorgt. Damit die Samtpfote auch nach seinem Ableben standesgemäß residieren kann, vermachte Lagerfeld seiner ehemaligen Hausdame Françoise Caçote (53) ein Haus und finanzielle Mittel, mit denen sie die luxuriöse Betreuung übernehmen sollte.

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