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APA-Images / AP / Koji Ito

Olympische Winterspiele: Dieser Auftritt spaltet die Gemüter

04.02.2026 um 12:42, Jovana Borojevic
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Olympische Winterspiele 2026: Ghali gehört zu den heißesten Acts der Eröffnungsfeier. Mit seinem Sound und klaren politischen Positionen sorgt er für Aufsehen.

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Der italienisch-tunesische Rapper Ghali zählt zu den prägendsten Stimmen der zeitgenössischen italienischen Pop- und Hip-Hop-Szene. Seinen Durchbruch feierte er 2016 mit der Single „Ninna nanna“, die sich rasch zu einem Massenphänomen entwickelte und inzwischen mehr als 133 Millionen Aufrufe auf YouTube verzeichnet. Es folgten weitere Erfolge wie „Pizza Kebab“, das Doppel-Platin erreichte, ehe Ghali 2018 mit dem Song „Cara Italia“ endgültig im Mainstream ankam und Platz eins der offiziellen italienischen Single-Charts belegte. 

Unverwechselbare musikalische Sprache

Ghali ist bekannt für seinen unverwechselbaren Stil, der musikalisch wie sprachlich Grenzen überschreitet. In seinen Texten verbindet er Mailänder Straßenslang mit französischen und arabischen Elementen und spiegelt damit auch seine eigene Biografie wider. Diese Mischung hat ihm nicht nur in Italien große Popularität verschafft, sondern auch internationale Aufmerksamkeit eingebracht. In der Vergangenheit stand Ghali bereits mit Künstlern wie Stormzy und Ed Sheeran auf der Bühne und trat ebenso mit den italienischen Rockern von Måneskin auf. 

Höhepunkt der Eröffnungsfeier

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele Milan–Cortina 2026 am 6. Februar gehört Ghali zu den am meisten erwarteten Acts. Sein Auftritt ist Teil eines hochkarätig besetzten Programms, zu dem unter anderem auch US-Sängerin Mariah Carey und der italienische Tenor Andrea Bocelli angekündigt sind. Musikalisch soll Ghali dabei einen zeitgenössischen Kontrapunkt zur klassisch geprägten Inszenierung setzen. 

Politische Debatte

Der geplante Auftritt ist jedoch nicht unumstritten. Ghali ist dafür bekannt, dass er sich gegen Israels Genozid in Gaza stark macht und geriet in der Vergangenheit deshalb mehrfach in politische Kontroversen. Vor zwei Jahren sorgte er beim Sanremo-Musikfestival mit der Aussage „Stoppt den Genozid!“ für heftige Diskussionen. Der israelische Botschafter in Rom warf dem Rapper daraufhin „Hass und Provokationen“ vor, während sich der öffentlich-rechtliche Sender Rai, der das Festival übertragen hatte, später von Ghalis Äußerung distanzierte. 

Kritik und Gegenreaktionen

Laut Medienberichten kritisiert nun auch die Regierungspartei Lega Ghalis geplanten Auftritt bei der Olympia-Eröffnungsfeier und bezeichnet ihn als „Israelhasser“. Unabhängig von der Kontroverse steht fest, dass Ghalis Performance bei der Eröffnungsfeier nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich aufmerksam verfolgt werden dürfte. 

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