Karin Thaler bricht Interview ab: „Ich hatte kein Geld für Essen“
- Karin Thaler: Kindheit am Existenzminimum – „von Monat zu Monat gerettet“
- Co-Abhängigkeit und hohe Schulden
- Der Wendepunkt: Liebe zu Sascha Hehn verändert alles
- Autobiografie als Aufarbeitung – Karin Thaler spricht erstmals offen
- Karin Thaler heute: Klarheit statt Verdrängung
Karin Thaler zeigt sich so verletzlich wie selten: Im ARD-Magazin „Brisant“ ringt die Schauspielerin sichtlich mit den Tränen und muss das Gespräch zeitweise abbrechen. Anlass ist ihre Autobiografie „Stark, weil ich stark sein musste – Die Doppelrolle meines Lebens“, in der Karin Thaler erstmals offen über ihre Vergangenheit spricht.
Die Erinnerungen holen die „Rosenheim-Cops“-Darstellerin (Marie Hofer) ein. „Ich darf gar nicht zu viel reden jetzt, sonst kommen mir die Tränen“, sagt Karin Thaler im Interview – und wird von ihren Emotionen überwältigt.
Karin Thaler: Kindheit am Existenzminimum – „von Monat zu Monat gerettet“
Hinter dem Erfolg von Karin Thaler steckt eine belastende Kindheit. Die jahrzehntelange Spielsucht ihrer Mutter hat das Leben der Familie geprägt. Finanzielle Sicherheit gibt es kaum, Unsicherheit bestimmt den Alltag.
„Wir haben uns von Monat zu Monat gerettet“, erzählt Karin Thaler. Der Hausrat schrumpft zeitweise auf das Nötigste: eine Matratze, ein Tisch mit Fernseher und zwei Stühle. Besonders eindringlich beschreibt sie das Gefühl völliger Perspektivlosigkeit: „Ich kenne das Gefühl, wenn du am Geldautomaten stehst und kriegst keine zehn Mark – und weißt nicht, was du essen sollst.“ Diese Erfahrungen begleiten sie bis heute. Die Erlebnisse prägen sie so nachhaltig, dass sie sich später bewusst gegen eigene Kinder entscheidet.
Karin Thaler: Co-Abhängigkeit und hohe Schulden
Auch als ihre Karriere bereits Fahrt aufnimmt, bleibt die Belastung bestehen. Karin Thaler übernimmt Verantwortung für ihre Mutter – auch finanziell. Insgesamt bürgt sie für eine Summe von 193.000 D-Mark.
Erst später erkennt sie, wie sehr sie selbst Teil des Problems war. „Ich war co-abhängig: Ich habe alles vertuscht und ihre Lügen weiter gelogen“, sagt Karin Thaler rückblickend. Der Versuch, die Mutter zu schützen, führt dazu, dass sie ihre eigenen Grenzen immer wieder überschreitet.
Der Wendepunkt: Liebe zu Sascha Hehn verändert alles
Mitten in dieser belastenden Zeit erlebt Karin Thaler einen entscheidenden Wendepunkt. Bei Dreharbeiten in den 1990er-Jahren lernt sie Schauspielkollegen Sascha Hehn kennen – und verliebt sich.
„Sascha sah noch besser aus als im Fernsehen“, erinnert sich Karin Thaler. Aus der Begegnung entwickelt sich eine Beziehung, die ihr Leben völlig verändert. „Ich habe in meinem Leben nur drei Männer geliebt – Chris, meinen heutigen Mann Miloš und damals Sascha“, sagt Karin Thaler.
Die Liebe zu Sascha Hehn hilft ihr, alte Verletzungen aufzuarbeiten. In ihrer Biografie beschreibt sie diese Zeit als Phase, in der viele Wunden „endlich heilen“ konnten.
Autobiografie als Aufarbeitung – Karin Thaler spricht erstmals offen
Der Auslöser für ihr Buch liegt in einem persönlichen Fund: Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2022 entdeckt Karin Thaler ein 129-seitiges Manuskript mit dem Titel „Mein anderes Leben“. „Sie hat immer gesagt, irgendwann schreibt sie ein Buch. Sie hat es nicht mehr geschafft – also hab ich das für sie gemacht“, erklärt Karin Thaler.
Mit ihrer Autobiografie will sie nicht nur ihre eigene Geschichte aufarbeiten, sondern auch anderen Mut machen, offen über schwierige Familienverhältnisse zu sprechen. Gleichzeitig versteht sie das Buch als Möglichkeit, die Geschichte ihrer Mutter aus ihrer eigenen Perspektive weiterzuerzählen.
Karin Thaler heute: Klarheit statt Verdrängung
„Und ich dachte, ich hätte das schon alles überwunden“, sagt sie überrascht über ihre eigenen Emotionen. Umso wichtiger ist für Karin Thaler der offene Umgang mit ihrer Geschichte. Die Vergangenheit lässt Karin Thaler nicht los – aber sie stellt sich ihr heute offen.