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Gunther von Hagens posiert neben einem plastinierten menschlichen Körper in seiner weltbekannten „Körperwelten“-Ausstellung.
Mit seinen „Körperwelten“ machte Gunther von Hagens die Plastination weltweit bekannt. Der Mediziner und Erfinder der Methode ist nun im Alter von 81 Jahren gestorben.
Mit seinen „Körperwelten“ machte Gunther von Hagens die Plastination weltweit bekannt. Der Mediziner und Erfinder der Methode ist nun im Alter von 81 Jahren gestorben.
APA-Images / dpa / Marijan Murat

„Körperwelten“-Erfinder tot: Das passiert jetzt mit seinem Körper

27.07.2026 um 13:26, Jovana Borojevic
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Gunther von Hagens ist tot: Der „Körperwelten“-Erfinder starb mit 81 Jahren. Seine Plastination machte ihn weltberühmt und sorgte zugleich für heftige Debatten.

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Gunther von Hagens ist tot. Der deutsche Mediziner, Anatom und Erfinder der Plastination starb im Alter von 81 Jahren. Mit seinen weltberühmten „Körperwelten“ revolutionierte er die Vermittlung anatomischen Wissens und begeisterte Millionen Besucher. Gleichzeitig sorgten seine Ausstellungen über Jahrzehnte für heftige ethische Debatten.

Gunther von Hagens: Sein außergewöhnliches Leben

Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 im heutigen Polen geboren und wuchs in der DDR auf. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er inhaftiert und später von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft. Anschließend setzte er sein Medizinstudium an der Universität Heidelberg fort.

Dort entwickelte er 1977 die Plastination, ein Verfahren, bei dem Wasser und Fett im Gewebe durch Kunststoff ersetzt werden. Dadurch bleiben menschliche und tierische Körper dauerhaft haltbar und können für Lehre, Forschung und Ausstellungen genutzt werden. 1993 gründete Gunther von Hagens das Institut für Plastination, 2006 folgte das Plastinarium im brandenburgischen Guben.

„Körperwelten“ machten Gunther von Hagens weltberühmt

Weltweite Berühmtheit erlangte Gunther von Hagens mit seinen „Körperwelten“-Ausstellungen. Seit den 1990er-Jahren präsentierte er plastinierte menschliche Körper und Organe, um Anatomie für jedermann verständlich zu machen. Die Präparate zeigten Muskeln, Nerven und Organe in beeindruckender Detailtreue, häufig in alltäglichen oder sportlichen Posen.

Mehr als 58 Millionen Menschen sollen die „Körperwelten“ weltweit besucht haben. Die ausgestellten Körper stammen nach Angaben des Instituts von Menschen, die bereits zu Lebzeiten entschieden hatten, ihren Körper nach dem Tod der Plastination zur Verfügung zu stellen.

„Körperwelten“ zwischen Lob und heftiger Kritik

Mit den „Körperwelten“ begeisterte Gunther von Hagens Millionen Besucher, löste aber zugleich immer wieder kontroverse Diskussionen aus. Befürworter lobten die Ausstellungen als einzigartige Möglichkeit, den menschlichen Körper besser zu verstehen und medizinisches Wissen anschaulich zu vermitteln.

Kritiker warfen dem Mediziner dagegen vor, die Würde Verstorbener zu verletzen und menschliche Körper zur Schau zu stellen. Besonders Kirchen kritisierten einzelne Exponate scharf. Auch mehrere Städte untersagten zeitweise bestimmte Darstellungen.

Gunther von Hagens selbst wies die Vorwürfe stets zurück. Sein Ziel sei nie Sensationslust gewesen, sondern die verständliche Vermittlung anatomischen Wissens. Kontroversen habe er als Beweis gesehen, dass seine Arbeit Menschen zum Nachdenken bringe.

Der Mediziner litt seit vielen Jahren an Parkinson und zog sich zuletzt weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Seine Ehefrau Angelina Whalley und sein Sohn Rurik führen seine Arbeit fort. Zu seinen letzten Wünschen gehörte, dass auch sein eigener Körper nach seinem Tod plastiniert wird. Seine Familie will diesen Wunsch erfüllen.

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