Global Kryner-Reunion: "Therapeutin hat es mir verschrieben"
Inhalt
- Zwischen Euphorie und Abschied
- Rückkehr einer besonderen Klangfarbe
- Musik als Kraftquelle
- "2nd Love" – ein neues Kapitel
Als Global Kryner 2004 ihre erste CD präsentierten, war rasch klar: Hier passiert etwas Besonderes. Die Verbindung aus traditionellem Oberkrainer-Sound nach Slavko Avsenik mit internationalen Welthits, angereichert mit Jazz und feinem Humor, wirkte frisch, mutig und überraschend selbstverständlich zugleich. Was auf dem Papier nach Experiment klang, entpuppte sich als musikalischer Volltreffer. Medien reagierten begeistert, die Süddeutsche Zeitung sprach von einer „eierlegenden Wollmilchsau“ der Musik. Und mit dem Begriff „verkrynern“ bekam die kreative Handschrift der Band sogar ein eigenes Wort.
Zwischen Euphorie und Abschied
Der Erfolg blieb nicht theoretisch. Es folgten Jahre intensiver Konzerttätigkeit, Auftritte in zahlreichen Radio- und TV-Formaten sowie hunderte Live-Shows quer durch Europa – von Österreich, Deutschland und der Schweiz bis nach Frankreich, Italien, in den Balkanraum und sogar nach Mexiko. Die Band lebte von der Energie des Publikums und der spürbaren Freude am gemeinsamen Musizieren. Gleichzeitig forderte das Tourleben seinen Tribut. 2013 fiel schließlich die Entscheidung, sich von der Bühne zu verabschieden.
Rückkehr einer besonderen Klangfarbe
Mehr als ein Jahrzehnt später wuchs der Wunsch nach einem Neubeginn. Im Sommer 2024 beschlossen Christof Spörk und Anton Sauprügl, das Projekt wieder aufleben zu lassen. Die Idee war kein nostalgischer Rückblick, sondern ein bewusstes Weiterdenken dessen, was Global Kryner immer ausgezeichnet hatte: Virtuosität, Humor und musikalische Neugier. Mit Posaunist Martin Temmel kehrte ein vertrautes Gesicht zurück. Neu hinzu kamen Jazztrompeter Markus Pechmann, Sängerin Miriam Kulmer mit ihrer markanten Stimme sowie Gitarrist und Liedermacher Andreas Haidecker. Gemeinsam entstand ein Ensemble, das die ursprüngliche Energie aufgreift und zugleich neue Klangfarben einbringt.
Musik als Kraftquelle
Christof Spörk beschreibt die Reunion mit einem augenzwinkernden, aber durchaus ehrlichen Bild: „Meine Therapeutin hat es mir verschrieben. Sie meinte, Stimmungsaufheller, die man selbst erzeugen kann, seien die besten.“ Er ergänzt: „Die Musik der Global Kryner bringt sogar mich selbst mindestens dreimal in Hochstimmung: Das erste Mal beim Arrangieren, das zweite Mal beim Spielen und das dritte Mal beim Anhören!“ In diesen Worten liegt mehr als Ironie. Es ist die spürbare Begeisterung für ein Projekt, das verbindet und bewegt.
"2nd Love" – ein neues Kapitel
Unter dem Titel „2nd Love“ gehen Global Kryner 2026 wieder auf Tour. Der Name steht sinnbildlich für eine zweite große Begegnung – mit dem Publikum, mit vertrauten Melodien und mit jener Spielfreude, die die Band von Beginn an geprägt hat. Geplant sind Konzerte in Österreich und Deutschland, darunter Stationen in Graz, Wien, Melk, Finkenstein und Dornbirn sowie in Kirchdorf an der Amper und Eching. Die Rückkehr ist kein bloßes Revival, sondern ein selbstbewusstes Weiterführen einer musikalischen Idee, die schon einmal für Begeisterung gesorgt hat und nun erneut ihr Publikum finden will.