Rammstein-Sänger trauert um Mutter: Gitta Lindemann ist tot
- Till Lindemann blieb bis zuletzt bei seiner Mutter
- Ein Buch mit Liebeserklärung an Till Lindemann
- Vom DDR-Rundfunk zur NDR-Kulturredaktion
- Gitta Lindemanns Rat an junge Journalisten
Till Lindemann trauert um seine Mutter: Gitta Lindemann ist am 24. Oktober mit 87 Jahren gestorben. Ihre Familie bestätigte den Tod gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk. In den letzten Wochen war der 63-Jährige für seine Mutter da.
Till Lindemann blieb bis zuletzt bei seiner Mutter
Laut ihrer Familie starb Gitta Lindemann zu Hause in ihrem Dorf in Nordwestmecklenburg, wohin sie sich in ihren späten Jahren zurückgezogen hatte. Die Todesursache ist nicht bekannt.
Dass es ihr nicht gut ging, zeichnete sich schon Anfang Oktober ab. Zum 100. Geburtstag von Tills verstorbenem Vater Werner Lindemann wollten Mutter und Sohn gemeinsam in der Rostocker Kunsthalle auftreten. Till Lindemann sagte kurzfristig ab. Statt auf die Bühne ging er zu ihr.
Ein Buch mit Liebeserklärung an Till Lindemann
Wie nah sich die beiden standen, hat Gitta Lindemann selbst festgehalten. Bei seinen Konzerten stand sie oft selbst im Publikum. Der Ostsee Zeitung beschrieb sie seine Shows einmal als prachtvoll wie eine große Oper.
In ihrem Buch „Meine Fensterplätze“, das 2023 erschien, widmet sie ihm eine „Liebeserklärung an meinen Sohn“. Selbst wenn sie nicht verwandt wären, schreibt sie dort sinngemäß, würde sie Till gern zum Freund haben.
Was sie an ihm besonders schätzte, war seine Fürsorge. Sie erzählt etwa von einem Weihnachtsfest, zu dem Till die Großmutter samt Rollstuhl abholte und mit an den Tisch brachte.
Vom DDR-Rundfunk zur NDR-Kulturredaktion
Ihr Leben lang galt ihre Liebe der Literatur. Schon als Mädchen ermutigte sie ihr Stiefvater, sich damit zu beschäftigen, berichtet der NDR. Die gebürtige Dresdnerin studierte später Journalistik in Leipzig und begann 1968 beim DDR-Rundfunk in Neubrandenburg. Dem Journalismus blieb sie über Jahrzehnte treu: Von 1992 bis zu ihrem Ruhestand 2002 leitete sie die Kulturredaktion des NDR in Schwerin.
Dort rief sie das „Literatur-Café“ ins Leben, in dem sie Schriftsteller:innen vorstellte, und holte im „Kunstkaten“ Kultur aus Mecklenburg-Vorpommern ins Programm.
Mit ihrem Mann, dem DDR-Schriftsteller Werner Lindemann, veröffentlichte sie 1977 das Buch „Ich freu mich auf den nächsten Tag“. Das Paar bekam zwei Kinder: Till und die jüngere Saskia.
Gitta Lindemanns Rat an junge Journalisten
Das Schreiben ließ sie bis zuletzt nicht los: Noch heuer im Frühjahr kam sie zur Leipziger Buchmesse, um ihren Gedichtband „Lautlos“ vorzustellen.
Einem jungen Kollegen gab sie einmal einen Rat mit, der viel über sie verrät: „Neugierig sein. Wenn Neugier aufhört, dann ist man alt.“