Zeiler schlägt Alarm: Offener Brief an SPÖ enhtält drastische Warnung
- Zeiler will die SPÖ übernehmen
- „JETZT die Veränderung herbeiführen“
- „Weiter so“ könnte SPÖ zur Kleinstpartei machen
- Zeiler erinnert an seine roten Wurzeln
- Leistung, Aufstieg und Sicherheit
- Zeiler bittet Genossen um Unterstützung
Gerhard Zeiler richtet sich mit drastischen Worten direkt an die Mitglieder der SPÖ. In einem offenen Brief warnt der Medienmanager vor einem weiteren politischen Absturz seiner Partei. „Die SPÖ ist auf dem Weg, bundespolitisch irrelevant zu werden“, schreibt Zeiler. Seine Forderung: „Die SPÖ muss in die Mitte rücken.“
Zeiler will die SPÖ übernehmen
Nach der Kritik daran, wie seine Ambitionen auf den Parteivorsitz bekannt wurden, sucht Zeiler nun den direkten Kontakt zur Parteibasis. „Wahrscheinlich wart Ihr über meine Ankündigung überrascht, Parteivorsitzender der SPÖ werden zu wollen. Deswegen möchte ich mich jetzt direkt an Euch wenden“, schreibt der 71-Jährige.
Zahlreiche Gespräche innerhalb der SPÖ hätten ihn davon überzeugt, dass eine Neuausrichtung notwendig sei. „Das ist der Grund, warum ich Parteivorsitzender werden möchte.“ Den amtierenden Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler erwähnt er in seinem Schreiben nicht namentlich.
„JETZT die Veränderung herbeiführen“
Besonders drastisch fällt Zeilers Diagnose zum Zustand der SPÖ aus. Er verweist auf Umfragen um 15 Prozent und sieht die Partei sogar in Gefahr, von den Grünen überholt zu werden. Tatsächlich lag die SPÖ zuletzt auch im APA-Wahltrend bei 15 Prozent. Für Zeiler ist deshalb rasches Handeln notwendig: „Und daher gibt es keinen anderen Weg, als JETZT die Veränderung herbeizuführen.“ Andernfalls könne der Rückstand irgendwann nicht mehr aufgeholt werden.
„Weiter so“ könnte SPÖ zur Kleinstpartei machen
Vor einer weiteren internen Führungsdebatte schreckt Zeiler nicht zurück. Ihm sei bewusst, dass viele Mitglieder die ständigen Auseinandersetzungen an der Parteispitze satthätten. Trotzdem müsse jetzt über Führung und politische Richtung entschieden werden. Ein „Weiter so“, warnt Zeiler, könnte dazu führen, „dass wir wirklich zur Kleinstpartei verkommen“.
Zeiler erinnert an seine roten Wurzeln
Zwischen den politischen Warnungen wird Zeiler, dem als Medienmanager und Multimillionär fehlende Nähe vorgewerfen werden, persönlich. Seit mehr als 50 Jahren sei er SPÖ-Mitglied und stamme aus einer „ur-sozialdemokratischen Familie“. Geboren in Wien-Ottakring, wuchs er mit seinem Zwillingsbruder bei den Großeltern in einer kleinen Gemeindebauwohnung ohne Bad auf. Schon mit 24 Jahren wurde er Pressesprecher von Unterrichtsminister Fred Sinowatz, später arbeitete er für Sinowatz und Franz Vranitzky im Bundeskanzleramt.
Leistung, Aufstieg und Sicherheit
Seinen gewünschten Kurs fasst Zeiler mit drei Begriffen zusammen: „Leistung, Aufstieg, Sicherheit.“ Die SPÖ müsse wieder zur Partei des sozialen Aufstiegs werden. Dazu brauche es aus seiner Sicht funktionierende öffentliche Schulen und Gesundheitsversorgung, eine starke Wirtschaft, weniger Bürokratie und Anreize für Investitionen. Der Sozialstaat müsse Menschen helfen, die unverschuldet in Not geraten oder nicht arbeiten können, „aber eben nicht jene, die nicht arbeiten wollen“.
Zeiler bittet Genossen um Unterstützung
Am Ende seines offenen Briefs wird aus der politischen Analyse ein direkter Appell. Zeiler bittet die SPÖ-Mitglieder, seinen „Weg der Erneuerung“ zu unterstützen, unabhängig davon, ob die Entscheidung über einen Parteitag oder eine Mitgliederabstimmung fällt. Als ersten Schritt verspricht er, die unterschiedlichen Lager der Partei wieder zusammenzuführen. Seine Botschaft an die Genossen: „Denn nur so können wir wieder führende Kraft werden.“