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Hadi Matar | Credit AFP/picturedesk.com
Attentäter Hadi Matar: wahrscheinlich ein "Lonely Wolf".
Attentäter Hadi Matar: wahrscheinlich ein "Lonely Wolf".
AFP/picturedesk.com

Rushdie-Attentäter gab Interview im Gefängnis

18.08.2022 um 12:28, Gert Damberger
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Der 24-jährige Hadi Matar sagt im Videointerview, dass er überzeugt gewesen sei, den Schriftsteller getötet zu haben. Dieser habe den Islam und die Muslime angegriffen.

Die konservative Boulevardzeitung „The New York Post“ veröffentlichte ein Video-Interview mit dem 24-jährigen Hadi Matar aus Fairview (New Jersey), der im Bezirksgefängnis der Kleinstadt Chautauqua im Bundesstaat New York einsitzt. Matar hat vergangenen Freitag ein Messerattentat auf den Schriftsteller Salman Rushdie verübt. Sir Rushdie, dem zehn zum Teil lebensgefährliche Stiche versetzt wurden, überlebte nur knapp, ist aber mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

"Überrascht, dass er noch lebt"

Hadi Matar erklärte der Boulevardzeitung, dass er überrascht gewesen sei, als er erfuhr, dass Rushdie noch lebe. Im O-Ton hört sich das so an: “When I heard he survived, I was surprised, I guess.” Der Attentäter gibt sich ungerührt und wortkarg. Auf die Frage, ob er zu seiner Tat von Ayatollah Khomeinis Fatwa aus dem Jahr 1989 angeregt wurde, will er nichts sagen, denn das hätte ihm sein Anwalt geraten. Der im Jahre der Fatwa verstorbene iranische Revolutionsführer Khomeini sei aber eine „großartige Persönlichkeit“ gewesen, so Matar, der einen Auftrag zu dem Attentat aus dem Iran oder von den Revolutionsgarden strikt abstreitet.

„Ich mag ihn nicht“

Nach den Gründen der Messerattacke auf Rushdie gefragt, sagt Matar Dinge wie diese: „Er hat den Islam angegriffen, er hat den Glauben angegriffen.“ „Ich mag ihn nicht. Ich denke, er ist kein sehr guter Mensch.“ Die „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie habe er nicht von vorn bis hinten gelesen, „nur einige Seiten“.  Hadi Matar ist laut Medienberichten in den USA geboren und aufgewachsen. Seine Eltern sind geschieden, der Vater Hassan Matar ist libanesischen Ursprungs und ist nach der Scheidung in den Libanon zurückgekehrt.

Wohnort von Matars Vater | Credit: MAHMOUD ZAYYAT / AFP / picturedesk.com
In diesem Ort im Libanon lebte der Vater des Attentäters, Hassan Matar.

Auf einer Nahost-Reise radikalisiert

Dort habe sich Hadi sich während eines längeren Besuchs im Jahr 2018 religiös radikalisiert, sagt seine Mutter Silvana Fardos, die von den Medien an ihrem Wohnort in New Jersey zu ihrem Sohn befragt wurde. Nach der Rückkehr in die USA sei dieser sehr verändert gewesen, habe kaum noch mit seiner Familie kommuniziert und der Mutter vorgeworfen, ihn nicht islamisch erzogen zu haben. Silvana Fardos will nach einem Bericht der New York Times nach dem Attentat mit ihrem Sohn nichts mehr zu tun haben.

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