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Die EU-Abgeordnete Lena Schilling (Grüne) im Rahmen einer Sitzung des Nationalrates am Mittwoch, 23. September 2026
Kampf gegen digitale Gewalt: 119 EU-Abgeordnete fordern strikten Schutz vor KI-generierten Nacktbildern.
Kampf gegen digitale Gewalt: 119 EU-Abgeordnete fordern strikten Schutz vor KI-generierten Nacktbildern.
APA-Images / APA / ROLAND SCHLAGER

Opfer von Nacktbild-Fälschungen: Lena Schilling startet Offensive

30.09.2026 um 15:30, Marcel Toifl
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119 EU-Abgeordnete unterstützen Initiative von Lena Schilling gegen sexualisierte KI-Deepfakes. Nudifier-Verbot ab Dezember muss streng kontrolliert werden.

Mehr als hundert Europaabgeordnete haben sich zusammengeschlossen, um ein Zeichen gegen digitale Gewalt zu setzen. Initiert von den Grünen – darunter die Fraktionsvorsitzende Terry Reintke und die österreichischen EU-Abgeordnete Lena Schilling – fordert das parlamentarische Bündnis einen wirksamen Schutz vor sexualisierten KI-Bildern. Anlass ist eine erschütternde Studie über Opfer im Politikbetrieb sowie die persönliche Betroffenheit von Schilling selbst durch gefälschte KI-Deepfakes.

​Breite Allianz im EU-Parlament gegen digitale Gewalt an Frauen

Insgesamt 119 EU-Abgeordnete aus verschiedenen Fraktionen – darunter die Spitzen von Sozialdemokraten, Liberalen und Linken – haben einen offenen Brief an die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten unterzeichnet. Der Vorstoß geht auf eine alarmierende Studie der Organisation „AGORA Digitale Transformation“ zurück. Diese wies nach, dass europaweit mindestens 147 Abgeordnete auf gefälschten Sex-Webseiten auftauchen – 138 davon sind Frauen.

Unter den Betroffenen ist auch die Grünen-Politikerin Lena Schilling. Die Abgeordneten fordern nun ein geschlossenes und konsequentes Vorgehen gegen jede Form von sexualisiertem KI-Deepfake-Material im Internet.

​Lena Schilling im Wortlaut: Appell an Mitgliedstaaten und Bundesregierung

Die Vorfälle verdeutlichen, wie dringend verlässlicher Schutz und behördliche Handlungsfähigkeit im digitalen Raum benötigt werden. Lena Schilling, Abgeordnete der Grünen im EU-Parlament, verdeutlicht die Brisanz des Themas mit klaren Worten: „Wenn Frauen öffentlich sichtbar werden, darf das nicht heißen, dass sie damit rechnen müssen, dass plötzlich KI-generierte Nacktbilder von ihnen im Netz auftauchen. Genau das habe ich erlebt. Sexualisierte KI-Deepfakes sind digitale Gewalt gegen Frauen und eine Bedrohung für unsere Demokratie. [...] Die Mitgliedstaaten müssen das EU-weite Verbot von sogenannten Entkleidungs-Apps ab 2. Dezember konsequent umsetzen. Das muss auch die EU-Kommission sicherstellen. Denn ein Verbot schützt niemanden, wenn am ersten Tag niemand da ist, der es durchsetzt.“

In Richtung der nationalen Regierungen erneuert die Abgeordnete ihre Dringlichkeitsforderung: „Ich appelliere an die Bundesregierung: Schützt uns endlich. Sexualisierte KI-Deepfakes sind längst Realität, und Frauen dürfen damit nicht allein gelassen werden. Wenn in neun Wochen Nudifier-Apps verboten sind, muss es auch Behörden geben, die dieses Verbot durchsetzen. Worte allein schützen keine Frau im Netz.“

​Nudifier-Verbot ab Dezember: Die Forderungen im Detail

Der offene Brief der Parlamentsallianz formuliert konkrete Handlungsaufträge an die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten. Kernpunkt ist das ab dem 2. Dezember 2026 greifende EU-weite Verbot sogenannter Nudifier- bzw. Entkleidungs-Apps. Die Staaten müssen sicherstellen, dass rechtzeitig spezialisierte Behörden eingerichtet werden, die dieses Verbot kontrollieren und Betroffenen als direkte Anlaufstelle zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus verlangen die Mandatare eine kompromisslose Anwendung des Digital Services Act (DSA) gegenüber Online-Plattformen und Suchmaschinen sowie eine Beschleunigung bereits laufender Ermittlungsverfahren. Zudem dringen die Parlamentsmitglieder auf eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in nationales Recht.

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