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Ein Mariuhana-Blatt liegt auf einem Geldschein.
Andere Länder, andere Sitten: Gras, Geld und andere Goodies sollen die Motivation zum Impfen erhöhen.
Andere Länder, andere Sitten: Gras, Geld und andere Goodies sollen die Motivation zum Impfen erhöhen.
Darren415 / istockphoto.com

Skurrile Impfaktionen: Bezahlt für den Stich

13.08.2021 um 07:29, Stefanie Hermann
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Waffen, Joints, Kebap: Um die Impfquote zu erhöhen, setzen einige Länder auf kreative Anreize.

Während Österreich noch über Gastro-Gutscheine für junge Impflinge nachdenkt, sind andere Länder in ihrem Maßnahmenpaket schon ganz woanders. Ob Joints, Millionen- oder Waffen-Lotterie: Mancherorts lässt man nichts unversucht, um die Impfquote zu erhöhen. Gelockt wird mit Geld, Gras und allerlei kuriosen Goodies.

Königreich ködert mit Kuh

Von einer anderen Seite geht man es in Thailand an. Im Bezirk Mae Chaem wird seit Juni wöchentlich eine Kuh unter Impfwilligen verlost. Das soll so lange der Fall sein, bis 70 Prozent der Bevölkerung in der Region ihre Impfung erhalten haben. Tierisch geht es auch auf der indonesischen Insel Java zu: Die glücklichen Gewinner unter den Geimpften dürfen sich hier über eine Ziege freuen.

Waffen, Joints und Lotterie

Klotzen statt kleckern ist die Devise in den USA. Der Bundestaat Ohia hat unter allen Geimpften eine Million Dollar (0,85 Millionen Euro) verlost. New York zog mit einem Hauptpreis von fünf Millionen Dollar nach. Etwas ... sagen wir, auf lokale Vorlieben eingehend, widmet man sich der Thematik in West Virgina. Unter den Immunisierten verlost werden zehn maßgefertigte Waffen. Aus einer anderen Richtung geht man die Sache in Washington an. Bis Mitte Juli haben Kliniken mit der Impfung auch einen Gratis-Joint ausgegeben.

Ein Mariuhana-Blatt liegt auf einem Geldschein.
Andere Länder, andere Sitten: Gras, Geld und andere Goodies sollen die Motivation zum Impfen erhöhen.

Corona-Impfung im Club

In Großbritannien schließen mehr als zehn Prozent der unter 30-Jährigen eine Impfung aus. Vor allem um sie wird mit den Impfanreizen geworben. Und was braucht man in diesem Alter unbedingt? Kebap, Uber-Gutscheine und Festival-Tickets für das Latitude Festival. Neben der Politik zieht vor allem auch die Nachtgastronomie mit. Der Londoner Club Heaven lockt mit Party-Feeling zum Stich. Das Erstaunliche: Das Konzept funktioniert. Auch deutsche Städte rufen zu den "Langen Nächten des Impfens".  In der Berliner Arena ist an drei Tagen im August bei Club-Atmosphäre geimpft worden. Auch in Wien gibt es seit September die Möglichkeit zur Impfung im Club.

Ein Mann in einem bunten Batik-Shirt mit Maske wird in einem Festivalbus geimpft.
In Großbritannien haben Impfwillige gratis Festivaltickets zum Stich bekommen.

Bratwürste, Mahlzeiten und Kebap

Nicht nur die UK kann mit Kebap Impf-Kontrahenten überzeugen. In Deutschland haben vor allem die Bobinger Bratwürste für Aufregung gesorgt. Das Konzept ist aufgegangen. Vakzin und Wurst gingen weg wie warme Semmeln.  An normalen Impftagen werden rund 140 Dosen verspritzt. Am "Wurstfreitag" wurde über 400 Mal die Spritze gesetzt. Andere Städte springen auf und locken Impf-Interessierte mit essbaren Extras. Wer sich in Wörgerle in einem Burgerlokal impfen lässt, bekommt zum Vakzin beispielsweise eine Gratis-Mahlzeit dazu.

Urlaubstage geschenkt

In Tschechien bekommen Staatsbedienstete, die sich impfen haben lassen zwei zusätzliche, bezahlte Urlaubstage geschenkt. Hier hat man sich auch etwas mehr Gedanken über die vermeintliche Fairness der Vergünstigungen gemacht. Das Goodie gilt nicht nur für Impfungen in spe. Gutgeschrieben wird die zusätzliche Freizeit auch jenen, die sich bereits vor Monaten pieksen haben lassen.

Geldgeschenke für Gestochene

Griechenland hat heuer vor allem um die Tourismussaison gebangt. Das Erhöhen der Impfquote hat man sich entsprechend einiges kosten lassen. Unter 26-Jährigen winkt die "Freiheitskarte". Die digitale oder analoge Gutscheinkarte im Wert von 150 Euro kann unter anderem für Fahrkarten, Hotels sowie Kultur-, Theater und Museum-Tickets eingesetzt werden.

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