Schluss mit dem Tierleid: Pelzfarmen sollen verboten werden

Zuchttiere für Pelze verbringen bis zu ihrem grausamen Tod ein elendes Leben in kleinen Käfigen. Geht es nach Österreich, soll es damit bald vorbei sein.
Autor: Andrea Schröder, 07.07.2021 um 08:42 Uhr

Ist das der Durchbruch? Österreich und die Niederlande haben im EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei einen Antrag für ein Ende der Pelzzucht in der EU eingebracht. Die Aussichten sind gut: Weitere Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, Belgien, Luxemburg und die Slowakei, haben ihre Unterstützung für die Abschaffung der Tierquälerei zugesichert.

Gefahr für Mensch und Tier

Im letzten Jahr kam es auf über 400 Pelzfarmen in ganz Europa zu Ausbrüchen von COVID-19 bei Nerzen. Trotz Sicherheitsmaßnahmen hatte sich das Virus schnell zwischen den Tieren ausgebreitet.  Man konnte auch nachweisen, dass es von Menschen auf Nerze und umgekehrt übertragen wurde – ideale Bedingungen für das Auftreten von Mutationen. Diese bedrohen die Wirksamkeit von Impfstoffen.

Ein junges Tier in einem Käfig

Einer der Vorreiter gegen Pelztierhaltung war Ex-Gesundheits- und Tierschutz-Minister Rudi Anschober. Nachfolger Wolfgang Mückstein hat nicht nur die Tierschutzagenden von seinem grünen Parteikollegen übernommen, sondern auch dessen Engagement gegen die Pelzzucht. 

Die Entscheidung steht noch aus

Die Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten hat bereits lokale Verbote durchgesetzt. Corona hat die Sache vorangetrieben: Angesichts der Vorgänge in den Nerzfarmen fordern jetzt auch zahlreiche Wissenschaftler im Interesse der öffentlichen Gesundheit ein Ende der Pelztierzucht. Nun liegt es an der EU-Kommission, diese Praxis in Europa ganzheitlich zu beenden. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten ruft auf, eine entsprechende Petition zu unterzeichnen.