Der Angriff der Delta-Variante: Wirken unsere Impfungen?

Von wegen, wir haben Corona hinter uns: Die Sorge vor der Delta-Variante und weiteren Mutationen wächst. Auch in Österreich wurde das Delta-Virus bereits in allen Bundesländern außer Kärnten und Vorarlberg nachgewiesen. Epidemiologen  mahnen angesichts der aus Indien stammenden Variante, sich möglichst rasch impfen zu lassen. 

Rat vom Experten

Beim Gespräch zwischen Bundeskanzler Kurz und Christian Drosten, einem der prominentesten Virologen Deutschlands, drehte sich folglich alles um die Mutanten. Drosten hat seit dem Ausbruch der Pandemie in einigen Kreisen Kultstatus erlangt, andere feinden ihn geradezu an. Mit seinen Analysen und Vorhersagen  lag der Charité-Experte allerdings meist richtig.

Sich in der Frage der Delta-Variante (auch) an Christian Drosten zu wenden, ist Teil der Corona-Startegie des Bundeskanzlers: Ihm habe es sehr geholfen, den Kontakt mit österreichischen, deutschen, europäischen und internationalen Experten zu pflegen, so der Kanzler am Randes des Gesprächs.

Österreich ist schon Europameister

Und zwar im Testen, hier liegt Österreich mit zwei Millionen Tests pro Woche (!) an der Spitze.  Im Herbst werden etwa 75 Prozent der Österreicher geimpft sein. Wie man zum Grünen Pass kommt, um seinen 3 G-Status (getestet, geimpft, genesen) nachzuweisen, steht hier. Aber was sagt uns diese Zahl beim Kampf gegen die Delta-Variante? Kurz zog nach dem Austausch mit Drosten ein beruhigendes Fazit.

Die wichtigste Nachricht ist: Die Impfung wirkt. Die Impfung schützt vor allen Varianten des Virus, auch vor der Delta-Variante.

Einen Lockdown im Herbst sieht Kurz auf Österreich  dank Impfstrategie nicht zukommen, auch wenn man die Delta-Variante natürlich nicht einfach "wegzaubern" könne, sondern sich an sie gewöhnen müsse. Insgesamt zeigte sich der Kanzler nach dem Drosten-Termin in Berlin "sehr erleichtert" aufgrund vieler positiver Nachrichten.

Nachimpfen gegen Delta?

Auch neue Studien der Oxford-Universität und der britischen Gesundheitsbehörde PHE geben Anlass zur Hoffnung. Wie stehen die einzelnen Impfstoffe da?

Astra Zeneca

Ausgerechnet der Impfstoff  mit den meisten Negativ-Schlagzeilen scheint sich zum Varianten-Champion zu entwickeln: Astra Zeneca schützt  gut gegen die Virusvarianten Delta und Kappa, so die Oxford-Studie.

Biontech

Biontech verkündet eine teilweise Entwarnung: Ein schwerer Verlauf inklusive Intensivstation ist nach einer Impfung so gut wie ausgeschlossen.  "Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist", so Biontech Chef Uhur Sahin.Allerdings gibt er zu: "Wir wissen noch nicht, wann und wie oft eine Auffrischimpfung erforderlich sein wird."

Moderna

Hierzu gibt es keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens. Der Impfstoff des US-Herstellers wurde in der Studie nicht auf die Wirksamkeit gegen Corona-Variantenuntersucht. Da des sich um einen mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech handelt, dürfte aber auch Moderna vor schweren Verläufen gut schützen.

 

Autor: Andrea Schröder, 23.06.2021