Berlin-Wahl 2026: Türkin sorgt für historischen Wahlsieg
Elif Eralp steht nach der Berlin-Wahl im Mittelpunkt der deutschen Hauptstadtpolitik. Die Linke erreichte mit ihrer Spitzenkandidatin 25,7 Prozent und wurde damit stärkste Kraft. Für die 45-jährige Juristin könnte der Wahlerfolg nun den Weg zu einer führenden Rolle im Roten Rathaus öffnen.
Politisch geprägte Kindheit
Elif Eralp wurde 1981 in München geboren. Ihre Eltern waren politisch und gewerkschaftlich aktiv und waren nach dem Militärputsch 1980 aus der Türkei nach Deutschland geflohen.
Später lebte Eralp mit ihrer Familie zunächst in Dortmund und danach in Hamburg. Politik spielte schon früh eine Rolle in ihrem Leben. Bereits als Kind begleitete sie Demonstrationen und engagierte sich später unter anderem in der Anti-Atomkraft-Bewegung.
Von der Juristin ins Abgeordnetenhaus
Nach dem Abitur studierte Eralp von 2001 bis 2007 Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. 2009 schloss sie ihre juristische Ausbildung mit dem Zweiten Staatsexamen ab. Seit 2010 arbeitete sie als Referentin für Rechtspolitik der Bundestagsfraktion der Linken.
2017 trat sie der Partei Die Linke bei. Ein Jahr später wurde sie in den Berliner Landesvorstand gewählt. Seit November 2021 gehört Eralp dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit 2024 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, seit 2025 zudem stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner Linken.
Wohnen als zentrales Wahlkampfthema
Im Wahlkampf setzte Eralp vor allem auf soziale Themen. Ein Schwerpunkt war der Wohnungsmarkt. Sie forderte unter anderem stärker regulierte Mieten und stellte die Frage nach leistbarem Wohnraum in den Mittelpunkt ihrer Kampagne.
Die Linke versuchte damit gezielt ein Thema anzusprechen, das viele Berlinerinnen und Berliner beschäftigt. Eralp selbst erklärte im Wahlkampf mehrfach, dass hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten für viele Menschen zu einer immer größeren Belastung würden.
Auch die mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne blieb Teil ihrer politischen Linie. Eralp vertritt dabei eine klar interventionistische Wohnungspolitik, die innerhalb Berlins politisch umstritten ist.
Linke gewinnt die Berlin-Wahl
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 erreichte die Linke laut vorläufigem Ergebnis 25,7 Prozent der Stimmen. Damit wurde sie erstmals stärkste Kraft bei einer Berlin-Wahl und erzielte ihr bisher bestes Ergebnis in der Hauptstadt.
Die CDU kam auf 18,8 Prozent, die AfD auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent und die SPD auf 12,1 Prozent. Die bisherige Regierung aus CDU und SPD verlor damit ihre Mehrheit.
Wie die künftige Regierung aussehen wird, ist jedoch noch offen. Eine mögliche Regierungsbildung hängt von den anstehenden Gesprächen zwischen den Parteien ab. Rechnerisch kommt unter anderem ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD infrage.