Wahlbeben in Deutschland: CDU erlebt historische Pleite
Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben deutliche Verschiebungen gebracht. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, während die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 35,5 Prozent kam. In Berlin lag die Linke mit 25,7 Prozent vor der CDU. Besonders schwer fiel das Ergebnis für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus: Mit 4,9 Prozent verpasste sie erstmals bei einer Landtagswahl den Einzug in ein Landesparlament.
AfD liegt in Mecklenburg-Vorpommern vorne
In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die AfD laut vorläufigem Ergebnis 38,2 Prozent der Stimmen. Damit konnte die Partei ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl 2021 deutlich steigern. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kam auf 35,5 Prozent.
Die Linke erreichte 6,5 Prozent, die Grünen kamen auf 5,7 Prozent. Damit wären SPD, Linke und Grüne gemeinsam in der Lage, eine parlamentarische Mehrheit zu bilden. Die bisherigen Regierungsparteien SPD und Linke alleine verfügen dagegen nicht mehr über genügend Mandate.
Die AfD erklärte nach der Wahl, aus ihrem Ergebnis einen Anspruch auf politische Führung abzuleiten. Die anderen im Landtag vertretenen Parteien schließen eine Koalition mit ihr allerdings aus.
Historischer Rückschlag für die CDU
Für die CDU endete der Wahlabend in Mecklenburg-Vorpommern mit einem historischen Ergebnis. Die Partei erreichte 4,9 Prozent und scheiterte damit an der Fünfprozenthürde. Es ist das erste Mal, dass die CDU bei einer Landtagswahl in Deutschland den Einzug in ein Landesparlament verpasst.
Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht scheiterte mit 4,8 Prozent knapp am Einzug. Die FDP verpasste ebenfalls den Sprung in den Landtag.
Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz bezeichnete das Ergebnis seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern als „Desaster“. Gleichzeitig kündigte er an, als Parteivorsitzender und Bundeskanzler weiterzumachen.
Linke wird in Berlin stärkste Kraft
Auch in Berlin kam es zu deutlichen Verschiebungen. Die Linke erreichte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 25,7 Prozent und wurde damit stärkste Kraft. Die CDU kam auf 18,8 Prozent, die AfD auf 16,3 Prozent.
Die Grünen erreichten 14,3 Prozent, die SPD 12,1 Prozent. Damit verlor die bisherige Regierungskoalition aus CDU und SPD ihre Mehrheit.
Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte nach dem Wahlergebnis, Berlin gemeinsam verändern zu wollen. Ein zentrales Thema im Wahlkampf waren die hohen Mieten und die Frage nach leistbarem Wohnraum.
Regierungsbildungen noch offen
In beiden Bundesländern ist nach dem Wahlabend offen, welche Koalitionen tatsächlich gebildet werden. In Mecklenburg-Vorpommern wäre rechnerisch ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen möglich.
In Berlin könnte die Linke Gespräche mit Grünen und SPD aufnehmen. Ob daraus tatsächlich eine gemeinsame Regierung entsteht, ist allerdings noch offen.