Andreas Babler: WM-Reise wird Fall fürs Parlament
- WM-Reise von Babler sorgt für Kritik
- FPÖ bringt Reise ins Parlament
- Kritik wegen Nachwuchs-Sparmaßnahmen
- Regierung verteidigt Reise
- Neuwahl-Forderung sorgt für Debatte
Die Reise von Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler zur Fußball-WM in den USA entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Streitfall. Während die Bundesregierung den Besuch als offiziellen Termin rund um das ÖFB-Team einordnet, sorgt die Kritik der FPÖ für ein mögliches parlamentarisches Nachspiel.
FPÖ bringt Reise ins Parlament
Die FPÖ hat angekündigt, den USA-Trip von Andreas Babler im Parlament umfassend prüfen zu lassen. Konkret sollen mittels parlamentarischer Anfrage sämtliche Kosten offengelegt werden. Im Fokus stehen dabei Reisekosten, Begleitpersonen, Unterbringung sowie Tickets für die Spiele.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz fordert vollständige Transparenz: „Wir werden jeden einzelnen Cent ans Licht zerren“. Ziel sei es, die Verwendung von Steuergeld lückenlos nachzuvollziehen.
Kritik wegen Nachwuchs-Sparmaßnahmen
Als besonders umstritten bewertet die FPÖ den zeitlichen Zusammenhang mit Einsparungen im Nachwuchssport. Laut Partei wurde ein Fußballprojekt für Kinder und Jugendliche eingestellt, das seit 2010 jährlich rund 1.300 junge Spieler betreut hat.
„Für unsere Kinder ist plötzlich kein Geld mehr da, aber für die eigenen Vergnügungen der Stocker-Babler-Regierung sehr wohl“, kritisiert Schnedlitz die Prioritätensetzung der Regierung.
Regierung verteidigt Reise
Aus Regierungskreisen wird betont, dass es sich bei der Reise von Andreas Babler um einen offiziellen Besuch im Rahmen der Fußball-WM handelt. Auch Bundeskanzler Christian Stocker wird zu einem Spiel des Nationalteams reisen. Die Teilnahme politischer Vertreter an internationalen Sportgroßereignissen sei üblich.
Bereits vor der offiziellen Anfragebeantwortung sind einige Details bekannt. So ist Babler gemeinsam mit vier Mitarbeitern in die USA gereist. Laut Angaben wurden für den Flug Economy-Tickets gebucht.
Neuwahl-Forderung sorgt für Debatte
Die FPÖ nutzt die Debatte auch für grundsätzliche Kritik an der Bundesregierung. Schnedlitz spricht von fehlendem Anstand und fordert erneut Neuwahlen. „Eine Regierung, die bei den Kindern kürzt und sich gleichzeitig selbst die teuersten Vergnügungen finanzieren lässt, hat jeden Anstand verloren“, so der Generalsekretär.