Wie fahren wir morgen? Wasserstoff, Elektro oder E-Fuel?

Die Automobilindustrie setzt vor allem auf batteriebetriebene Autos. Immer wieder werden aber auch Wasserstoff und sogenannte e-Fuels ins Spiel gebracht. Aber welchen Wirkungsgrad haben die Alternativen? Der Wirkungsgrad beschreibt die Energieeffizienz eines Motors und ist damit ein enorm wichtige Parameter!
Autor: Werner Christl, 22.09.2022 um 10:27 Uhr

Wasserstoffautos ca. 30 % Wirkungsgrad

Was viele nicht wissen: Wasserstoffautos sind im Grunde auch Elektroautos. Allerdings benötigen sie keine riesigen Batterien, da Wasserstoff getankt wird, der über Brennstoffzellen Elektrizität für das Auto liefert. Eine auf den ersten Blick sehr saubere Technik mit großem Zukunftspotential. Schließlich kommt nur Wasserdampf beim Auspuff raus. Allerdings fehlt die Infrastruktur und für die Herstellung von Wasserstoff wird sehr viel Energie aufgewendet, der Wirkungsgrad auf der Straße ist auch eher gering im Vergleich zum E-Auto. Der Rohstoff Wasser würde unendlich zur Verfügung stehen. Die Umsetzung für die Masse wird jedenfalls noch dauern.

Hyundai Nexo

Der Nexo ist eines der wenigen, schon derzeit erhältlichen Wasserstoffautos. Mit einem Verbrauch von rund 0,95 kg/100 Kilometer kommt man mit dem 6,33 Kilo-Tank rund 600 Kilometer weit.

e-Fuel Wirkungsgrad ca. 20 %

E-Fuel wird vereinfacht ausgedrückt mit Wasser und Kohlendioxid hergestellt. Man verwandelt quasi Kohlendioxid in Treibstoff und verringert so das Co2-Problem. Jedoch wird das Co2 beim Verbrennen wieder an die Umwelt abgegeben. Damit ist e-Fuel Co2-neutral. Vorteil: Die vielen bestehenden Verbrenner-Autos könnten weiter verwendet werden. Allerdings steckt die Entwicklung dieses synthetischen Treibstoffs noch in der Anfangsphase und bei der Herstellung wird viel Energie benötigt.

Porsche 911

Der hier abgebildete 911 Sport Classic soll den Stil der 60er und 70er Jahre ins neue Jahrtausend heben. Porsche ist Vorreiter und großer Befürworter von e-Fuels und sieht die synthetischen Kraftstoffe als Alternative zu Benzin.

Elektroautos mit ca. 80 % Wirkungsgrad

Das Konzept ist einfach: Strom wird direkt in eine Batterie geladen und vom Elektromotor verwendet. Der Motor alleine hätte eine Effizienz von rund 99 Prozent. Zusammen mit Transport- und Ladeverlusten landen reine E-Autos bei einem generellen Wirkungsgrad von rund 80 Prozent. Heißt: 80 Prozent der eingesetzten Energie landen auf der Straße. Damit sind E-Autos die Effizienz-Kaiser der alternativen Antriebe. Kein anderes Konzept schafft diese Effizienz bei gleichzeitig lokaler Emissionsfreiheit. Fortschritte im Bereich der Batterien könnten in den nächsten Jahren Reichweiten jenseits der 1.000 Kilometer möglich machen.

ID.Buzz

Der elektrische „Bulli“ wurde lang erwartet und ist ab sofort bestellbar. Mit einer Reichweite von rund 423 Kilometern (WLTP) aus der 77 kWh-Batterie, Schnellladen bis 170 kW und einem 204 PS-starken E-Motor ist er voll langstreckentauglich.