VW Golf meets Falco: Interview mit einem Freund Falcos
Inhalt
- Interview mit Conny de Beauclair über Falco
- Plötzlich vor der Kamera: Conny im VW-Golf-Dreh
- Gratis-Konzert im U4: Johnny Depp überrascht Wien
- Die TV-Kampagne
Hier geht es um ein Auto, einen Türsteher, eine heute 40 Jahre alt gewordene Schallplatte und einen „Dichter“ namens Falco. Stimmt! Diese schlampig hingestreuten Infofetzen sind alles andere als zielführend. Also, darum geht es: Für den Werbedreh zum Start des neuen VW Golf Falco sowie des limitierten Golf GTI Falco hat sich Volkswagen mit Conny de Beauclair zusammengetan. Er war Wegbegleiter und Freund des „Falken“ und ist nun quasi das Testimonial zum Start des Sondermodells. Für alle außerhalb Wiens, die „Conny“ nicht kennen: Er ist die „Türsteher-Legende“ des ebenso legendären U4 in Wien. Dort hat er auch 1981 Falco kennengelernt.
Durch seine Arbeit als Bodyguard und Szenefotograf hat er so manche Verrücktheit mit Größen wie David Bowie, Johnny Depp und eben Falco erlebt. Zudem ist er ein sehr umgänglicher, sympathischer und interessanter Typ, wie wir im Interview während des Filmdrehs für die Werbekampagne feststellten. Das Ganze geht ziemlich genau 40 Jahre nach Falcos Nummer-1-Hit in den USA über die Bühne (Rock Me Amadeus war im März 1986 auf Platz 1 der US-Charts).
Interview mit Conny de Beauclair über Falco
Wann und wie hast du Falco kennengelernt?
Conny: Ich war ursprünglich mit Robert Ponger befreundet (Anmerkung Redaktion: Ponger hat unter anderem Falcos erstes Album „Einzelhaft“, auf dem auch Songs wie „Der Kommissar“ oder „Auf der Flucht“ zu hören waren, produziert). Und ganz am Anfang hat er mir dann den Falco vorgestellt. Das war im U4 in Wien, Anfang der 1980er-Jahre. Falco war dort regelmäßig zu Gast. Zu der Zeit war er noch eher unbekannt. Dort hat er sich auch in den folgenden Jahren, als er schon berühmt war, wohlgefühlt.
Warum ist er auch als berühmter Weltstar noch ins U4 gegangen?
Conny: Dort hat ihn keiner sekkiert. Die U4-Besucher waren dafür sozusagen viel zu cool. Und Gott sei Dank gab es noch keine Selfies! Er hat sich gern hinter die Bar gestellt, im Clubraum bei der hübschen Isabella – sie war Kellnerin – und hat halt seinen Whisky getrunken. Dabei hat er gerne einfach das Publikum beobachtet.
Plötzlich vor der Kamera: Conny im VW-Golf-Dreh
Angeblich hast du von Falco noch vor dem Erscheinen von „Einzelhaft“ den „Kommissar“ anhören dürfen?
Conny: Er ist einmal zu mir gekommen und hat so einen kleinen Walkman in der Hand gehabt und sagt zu mir: „Horch einmal in die zwei Nummern hinein.“ Damals hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben „Der Kommissar“ und auch „Helden von heute“. Danach hat er mich gefragt: „Welche Nummer würdest du auf Seite A und welche auf Seite B geben?“ Dann habe ich natürlich geantwortet, dass „Der Kommissar“ sofort ins Ohr geht und diese Nummer unbedingt auf Seite A gehört. Da war er nicht ganz glücklich! Erst später habe ich erfahren, dass eben der „Kommissar“ vom Ponger war und „Helden von heute“ von ihm selbst. Ein paar Wochen später war „Der Kommissar“ wirklich Nummer 1. Da war ich natürlich auch stolz, dass ich das auch so gesehen habe.
Du bist auch Fotograf und bist in der Regel der, der andere fotografiert. Jetzt bist du hier beim Dreh mit dem VW Golf und stehst vor der Kamera!
Conny: Ich kenne das nicht, ich bin ja kein Schauspieler. Gott sei Dank muss ich hier nicht viel sagen oder reden, außer bei dir (lacht). Aber es hat eh gut funktioniert, weil ich die Geschichten schon hundertmal erzählt habe. Ich finde den Dreh mit dem VW Golf toll und bin begeistert. Die Idee, einen VW Golf Falco auf den Markt zu bringen, ist lässig. Ich selbst habe übrigens auch schon einen Golf gefahren. Ich denke, es war ein 1984er-Modell mit 50 oder 70 PS in Beige. Das war übrigens die Zeit, in der Falco berühmt wurde. Irgendwie lustig! Irgendwer in jeder Familie ist schon einmal einen VW Golf gefahren.
Johnny Depp, Feuerwehr und Chaos in Wien
Hast du noch eine Geschichte über Erlebnisse mit diversen Stars?
Conny: Da gibt es viele! Ich habe Johnny Depp und seine Band in Wien ins Hotel Triest gebracht. Und was macht Johnny Depp? Er setzt sich im Vorraum hin und dreht sich einen Joint. Na ja, und wenn man in einem Hotel einfach einen Joint raucht, dann gehen die Rauchmelder an. Dann ist die Feuerwehr gekommen – volles Programm. Endergebnis: Ich glaube, es waren so um die 800 Euro. Dann hatte er einen Auftritt in den Sophiensälen. Dort gab es Freitag und Samstag normalerweise ein House-Clubbing. Die Gäste hörten dann eben etwas ganz anderes. Viele haben sich gedacht: „Diese Grunge-Rock-Musik, die da irgendwer auf der Bühne spielt, ist grauslich!“ Die Leute wussten nicht, dass Johnny Depp da auf der Bühne stand. Der damalige Geschäftsführer hat dann, anstatt das Publikum darüber aufzuklären, dass das Johnny Depp auf der Bühne ist, einfach den Strom abgeschaltet! Woraufhin die Musiker in den Backstage-Raum gegangen sind und den dortigen Buffettisch umgeworfen haben. Einer von den Musikern hat dann gemeint: „Bring me the manager, I kill him!“ und hat eine 2-Liter-Colaflasche an die Wand geworfen. Später hat er dann sogar ein Gratiskonzert für mich im U4 gegeben.
Gratis-Konzert im U4: Johnny Depp überrascht Wien
Johnny Depp im U4?
Conny: Ja, er hatte zwei Gründe dafür. Der erste Grund war, weil ich ihn so nett betreut habe die letzten drei Tage. Der zweite Grund: Ihm hat das U4 sehr gefallen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nicht bezahlen kann. Alles ging dann auf seine Kosten. Wir mussten uns sogar Musikinstrumente ausleihen und ins U4 bringen lassen. Beim Auftritt hatten wir dann bei der ersten Nummer einen Stromausfall. Da hat Johnny Depp gemeint, die Leute sollen auf seine Kosten an die Bar gehen und einen Drink nehmen. Ich war mir aber nicht sicher, ob er wirklich zahlen würde und ich dann womöglich auf den Kosten sitzen bleiben würde. Also habe ich ihm drei Kisten Bier hingestellt, die er dann persönlich an die Gäste verteilt hat. Die Bierflaschen haben dann alle als Andenken mit nach Hause genommen. Das war alles schon sehr schräg und lustig…
Die TV-Kampagne
Der TV-Spot ist eine rein österreichische Produktion. Gedreht wurde in Wien mit einem lokalen Team. Die Idee hatte Volkswagen in Österreich und der VW Golf Falco sowie die Golf GTI Falco Edition wird nur in Österreich zu haben sein. Seit 9. April läuft der Falco-Golf Spot mit Conny de Beauclair im österreichischen Fernsehen. Die Eckdaten findet man auf www.volkswagen.at.