Test: Skoda Enyaq Coupé RS iV - groß und stark

Ein E-Auto mit über 500 Kilometern Reichweite, 460 Newtonmeter Drehmoment, Allrad und viel Kraft. Die neue Coupé-Variante des Enyaq in der schnellen RS-Version im Weekend-Test. Was kann Skodas stärkstes E-Auto wirklich?
Autor: Werner Christl, 05.12.2022 um 11:00 Uhr

Die Reichweite

Auch wenn der Skoda Enyaq Coupé RS iV auf den ersten Blick nicht so aussieht, dieses E-Auto hat mit 0,265 einen weitaus besseren CW-Wert als ein Bugatti Chiron (ca. 0,35)!  Mit seinen 299 PS (maximale Leistung) knackt das SUV-Coupé den Hunderter in 6,5 Sekunden. Geladen wird die 82-kWh-Batterie in etwa 35 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Vorausgesetzt man findet eine Ladesäule, die auch die maximalen 135 kWh von sich gibt. Und wie weit kommt man? Mehr als 500 Kilometer sollen es laut Skoda sein. Im Test lagen wir durchschnittlich bei etwa 20 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer, was einer Test­reichweite von über 400 Kilometern entspricht. Wer bei minus 10 Grad über die Autobahn glüht, muss natürlich mit weniger rechnen. Insgesamt aber ein sehr guter Wert. Wie er sich fährt? Der Schwerpunkt liegt dank der Batterien im Fahrzeugboden sehr tief. Dadurch gibt es trotz des hohen Gewichts nur geringe Wankbewegungen. Das Fahrwerk?  Insgesamt lässt er sich vor allem im Sportmodus auch sportlich bewegen. Ein komfortables Fahrwerk mit einem guten Schuss Straffheit. Ein wirklicher Vorteil ist aber ­sicher der Allradantrieb. Generell wird mit Heckantrieb gefahren. Wenn notwendig, treibt ein weiterer E-Motor die Vorderräder zusätzlich an und dann geht es in 6,5 Sekunden auf 100 km/h. 

Foto: ©Werner Christl

Mit Riesenscreen

Mit seinen 13 Zoll ist das zentrale Display eines der größten am Markt. Die Menüführung ist nicht zu verspielt und logisch angelegt. Die Klimaanlage wird großteils über den Screen bedient, was etwas ablenkt. Aber das kennen wir auch von anderen Herstellern. Im Gegenzug werden Geschwindigkeit & Co. von einem Mäusekino mit 5,3 Zoll abgelesen. Trotz Coupéform gibt es auch für die Fondpassagiere keine „Kopfreiheitsprobleme“. Auf 4,65 Metern Länge darf man aber ohnehin gute Platzverhältnisse erwarten. Die verwendeten Ma­terialien im Innenraum wirken hochwertig, auch wenn durchaus viel härterer Kunststoff zum Einsatz kommt. Würden wir in der Redaktion das Auto empfehlen? Ja, weil Allrad, E-Antrieb, Reichweite, Optik und auch die Platzverhältnisse gut passen. Allerdings hatte der überkomplett ausgestattete Testwagen einen Gesamtpreis von 73.000 Euro. Wobei: Er startet mit bereits guter Ausstattung bei 64.540 Euro und wer keine RS-Version nimmt kommt mit gut 55.000 Euro aus.

Fahrbericht Eckdaten:

Leistung: max. 299 PS

Verbrauch 100 km WLTP/Test: 17,2/20,1 kW

Batterie/Reichweite: 82 kWh/509 km 

Reichweite im Test: mehr als 400 Kilometer

0–100 km/h: 6,5 Sekunden