Test: Nissan Qashqai e-Power 2026 – Fast ein E-Auto!
Gleich vorweg! Wir fuhren den Japaner in der Stadt auf Kurzstrecken mit fünf Litern. Um die sechs schafft man fast immer. Der Qashqai ist aber kein Kleinwagen, sondern ein etwa 1.700 Kilogramm schweres, kompaktes SUV. So gesehen kann man auf einen Diesel pfeifen, denn viel weniger Verbrauch wird man mit einem Selbstzünder nicht schaffen. Laut Werk sind es im Schnitt 4,5 Liter, die der Nissan verbrauchen soll. Gegenüber dem Vorgängermodell hat Nissan damit den Verbrauch um etwa 0,7 Liter gesenkt! Dass er wirklich wenig verbraucht, merkt man auch an der Tankanzeige. Da rührt sich kaum was! Logo: Nissan gibt eine Reichweite von 1.200 Kilometern an! Der Treibstofftank hat ein Volumen von 55 Litern. Also sollten 1.000 Kilometer tatsächlich im Alltag möglich sein.
Was ist e-Power?
Warum ist er trotz seiner Größe (4,42 Meter) sparsam? Das e-Power-System arbeitet, vereinfacht erklärt, so: Der Benziner erzeugt Strom und füttert damit die Batterie oder direkt den E-Motor. Angetrieben wird das Auto immer nur vom E-Motor. Beim Bremsen wird zudem, wie bei einem E-Auto, rekuperiert. Als Generator fungiert ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit Turbo. Deshalb fährt man relativ oft rein elektrisch und sehr leise. Auf Autobahnen ist der Benziner allerdings mehr gefragt. Dort steigt auch der Verbrauch.
Das Fahrgefühl
Das Testauto ist generell ziemlich leise unterwegs und mit den 205 PS, die im Sportmodus zur Verfügung stehen, geht es auch ordentlich vorwärts. Beim Beschleunigen ist es allerdings oft so, dass Motorgeräusch und Beschleunigung nicht synchron ablaufen. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Das System ist übrigens nicht mit den lästig aufheulenden, stufenlosen CVT-Getrieben vergleichbar. Erstens handelt es sich um ein komplett anderes System und zweitens gibt es kein Aufheulen. Großteils merkt man es gar nicht, wenn der Benziner lädt. Manchmal spürt man beim Stehen an der Ampel eine leichte Vibration. Die Federung geht als komfortabel durch. Gröbere Schlaglöcher werden allerdings zwar sanft, aber gleichzeitig ruckartig überfahren.
Der Innenraum des neuen e-Power
Kurz gesagt: sehr schönund mit viel Liebe zum Detail verarbeitet. Es gibt extrem viele unterschiedliche Zierelemente und Materialien zu entdecken. Insgesamt ein Cockpit für den europäischen Markt. Und siehe da! Ein Auto, bei dem man die Klimaanlage und andere wichtige Dinge per Taste oder Drehregler bedienen kann. Neu ist eine Sprachsteuerung per Google Assistant, die super funktioniert. Und besonders auffällig ist die 360-Grad-Kamera. Hier kann man sich so richtig austoben und die geeignete Perspektive einstellen. Besser geht’s nicht! Na ja, vielleicht sollte man das komische Außengeräusch beim Rückwärtsfahren überdenken – klingt blechern und irgendwie komisch. Andererseits ist der Sound nicht für den Fahrer bestimmt, sondern soll den Fußgänger warnen, um nicht über den Haufen gefahren zu werden.
Fazit
Wer ein kompaktes SUV sucht, das sparsam ist und für den ein E-Auto nicht infrage kommt, der sollte sich den neuen Nissan Qashqai e-Power unbedingt näher ansehen. Eigentlich ein sehr überzeugendes Paket mit einem extrem tollen Verbrauchswert! Der Preis: Gestartet wird bei knapp 40.000 Euro. Das ist nicht unbedingt billig. Man bekommt aber doch relativ viel Auto, viel Technik, viel Ausstattung geboten. Wer weniger zahlen will, kann alternativ auf den Mild-Hybrid zurückgreifen. Der ist schon ab 35.490,- Euro zu erstehen! Haben wir noch was vergessen? Ja, die Optik. Uns in der Redaktion hat der Japaner sehr gut gefallen. Insbesondere die grüne Farbe! Aber über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten…
Eckdaten: Nissan Qashqai 1.5 T e-Power
- Maximale Systemleistung: 205 PS
- Maximale Reichweite: 1.200 Kilometer
- Startpreis: 39.690,-
- Testverbrauch: 5–6 Liter
- Verbrauch laut Werk: 4,5 Liter
- Antrieb: Allrad
- Batteriekapazität: 2,1 kWh
- 0–100 km/h: 7,9 Sekunden