Test: Mazda MX-30 Elektro - Sehr "spannend"!

Über die 200 Kilometer Reichweite könnten wir hier gleich zu jammern beginnen. Mazda setzt aber bewusst auf geringere Reichweite, um damit das Gewicht, den Stromverbrauch und den Preis zu drücken. Zudem verringert der Einsatz einer kleineren Batterie den CO2-Abdruck beträchtlich. Das Gewicht von 1,7 Tonnen geht für ein E-Auto schwer in Ordnung und das wiederum verhilft dem MX-30 zu einer gewissen „Wendigkeit“. Und: Im Alltag kommt man mit 200 Kilometern für den Weg in die Arbeit auch als Pendler gut über die Runden. Für weitere Strecken wird es aber ­natürlich unlustig. Wobei: Macht man die Motorhaube auf, sieht man eine riesige Lücke! Darin wird wohl bald ein Range-Extender arbeiten, was das Reichweitenproblem hinfällig machen wird. Bei 145 km/h wird der Stromer übrigens abgeriegelt. Für das Laden benötigt der MX-30 an der Haushaltssteckdose quasi eine Nacht oder eben um die neun Stunden. An der Schnellladezapfsäule braucht der Japaner 30 bis 40 Minuten, um auf 80 Prozent zu ­laden. Die angegebenen 200 ­Kilometer sind realistisch. Wenn viel geheizt wird, geht die Reich­weite natürlich zurück.

Er fährt sich gut. Beispielsweise bügelt das Fahrwerk fast alle Fahrbahnrillen perfekt weg. Überhaupt gehen Bremse, Lenkung, Gaspedal eine Symbiose ein. Hier werden wohl auch Nörg­ler nicht nörgeln können. Ja, der MX-30 lässt sich durchaus sportlich um die Kurve scheuchen. Wobei unserer Meinung der 145 PS starke Mazda nicht wie andere E-Autos wie von der Tarantel gestochen losglüht – man setzt weniger auf Kampfmodus, mehr auf Hirn. Rekuperiert wird mittels Schaltpaddles, was wirklich gut funktioniert. Im ­Innenraum gibt es viel geschäumten Kunststoff, der auf Korkeinlagen trifft, die dem Auto einen leichten Ökotouch verleihen. Die Screens sind schon fast „brutal“ gut abzulesen. Man will Mazda-typische Klarheit und keine Sensations­hascherei. Platzverhältnisse sind vorne super, hinten okay. Die Kopffreiheit könnte dort vielleicht besser sein. Der MX-30 hat Portaltüren. Diese ermöglichen ein cooles Design von der Seite betrachtet. Im Alltag sind die gegenläufigen Türen aber eher störend. Um die Hintertüren zu öffnen, muss die Vordertüre aufgemacht werden. Der Startpreis mit sehr guter Ausstattung und ohne Förderungen (5.000 Euro) liegt bei 34.990,–.

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Technische Daten:

Leistung: 145 PS/270 Nm Drehmoment
Verbrauch: 19 kW/h – Reichweite ca. 200 Km
Maximalgeschwindigkeit: 145 km/h
Kofferraum: 366 – 1.171 Liter
0 – 100 km/h: 9,7 Sekunden

Autor: Werner Christl, 29.10.2020