Tesla im freien Fall: Ruiniert Elon Musk sein Baby?

Seit der Übernahme von Twitter gleitet Elon Musk zunehmend in Verschwörungs- und rechte Kreise ab. Das hat jetzt auch Auswirkungen auf Tesla. Die Aktie verliert an Wert und viele bestellen ihre Autos wieder ab.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 15.12.2022 um 12:09 Uhr

Seit 2020 hat die Tesla Aktie einen unbeschreiblichen Höhenflug hingelegt. Von rund 26 Euro pro Aktie (Anfang 2020) auf unglaubliche 356,60 Euro im November 2021. Seit diesem absoluten Höchststand gab es einige Ups- und Downs, allerdings war die Situation einigermaßen stabil. Im Oktober 2022 folgte dann der Kauf von Twitter durch Tesla-Boss Elon Musk und seitdem ist die Aktie im freien Fall. Stand heute (15.12.2022) ist eine Tesla-Aktie nur mehr rund 140 Euro Wert und damit weniger als die Hälfte als noch zum Höchststand.

Dazu beigetragen hat definitiv Musks Umgang mit Twitter. Zuerst wurde die Führungsriege ausgetauscht, dann wurden willkürlich Mitarbeiter entlassen (nur um diese dann wieder zurückzuholen) und dann folgten Posts von Elon Musk, die viele Menschen verschreckten. Er rief auf die Republikaner in den USA zu unterstützen, machte sich über den US-Gesundheitsverantwortlichen Anthony Fauci lustig und verärgerte im gleichen Atemzug die Trans-Community indem er sich über deren "Pronouns" lustig machte. 

Potentielle Käufer canceln ihren Tesla

Nach diesen Eskapaden häufen sich nun die Posts auf Social Media in denen User stolz die Abbestellung ihres Teslas feiern. Dies und der fallende Aktienkurs bringen den erfolgreichen E-Auto Bauer gehörig unter Druck. Experten rechnen, dass die Aktie bis Jahresende unter 100 Euro sinken könnte. Wer dann nicht am Anfang eingestiegen ist, könnte viel Geld verlieren. 

Auch Elon Musk selbst hat heute Tesla-Aktien im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro verkauft. Im vergangenen Jahr sogar Aktien im Wert von rund 37,6 Milliarden Euro. Das Tesla-Management ist auf Tauchstation und äußert sich nicht zu den Problemen, die ihr Aushängeschild Elon Musk augenscheinlich verursacht.

Probleme auch in deutscher Fabrik

Die heuer im März eröffnete "Gigafactory" in Berlin-Brandenburg steht laut Medienberichten auch unter keinem guten Stern. Rund 7.000 Arbeitsplätze sind kolportiert derzeit nicht besetzt. Das könnte daran liegen, dass Tesla rund 20 Prozent unter den üblichen Löhnen bezahlt. Tesla selbst bekennt sich jedoch zum deutschen Werk und lässt sogar Ausbaupläne prüfen, dafür sollen bis zu 70 Hektar Wald in Brandenburg gerodet werden. Umweltschützer und Aktivisten laufen gegen diese Pläne und das Werk generell Sturm.