Power-Zwerge: PS-starke Kleinwagen

Kraftvoll. Ein Kleinwagen mit mehr als 100 PS? Wer braucht denn sowas? Anscheinend viele, denn auch heuer erscheinen einige aufgemotzte „Kleine“.
30.05.2018 um 13:26 Uhr

Mein erstes Auto überhaupt war ein Kleinwagen – ist wahrscheinlich bei vielen so. Dabei ist die Erinnerung an mein französisches Fabrikat durchaus ambivalent. Das Design hat mir damals sehr gut gefallen, aber mit dem 55 PS-starken Motor war kein Blumentopf zu gewinnen. Noch weniger, wenn dann im Sommer die Klimaanlage auch noch ein paar Pferdchen weggeschnappt hat – Krampf im Gasfuß inklusive. Als ich dann das erste Mal als Journalist in einem sportlichen Kleinwagen Platz nehmen durfte, war das alles vergessen. Ja, ein Kleinwagen kann kräftig und sportlich sein. Vor allem die Kombination aus wenig Gewicht und starken Motoren tut ihr Übriges. Da mutiert der Gasfuß zum Bleifuß und na ja – das Hirn schaltet manchmal auf Vollgas. Wie man liest – die kleinen Kraftprotze machen einfach Spaß und sind ­anscheinend sehr gefragt.

Viele Pferde

Ein interessanter Trend sorgte bei der Präsentation der Zulassungsstatistik 2017 für Verwunderung bei uns anwesenden Journalisten. Die höchste Zuwachsrate bei den Pkw-Neuzulassungen konnten Autos mit mehr als 171 Pferdestärken erzielen. Genau 11,5 Prozent macht das Plus aus. Fahrzeuge bis 82 PS wuchsen hingegen nur um mickrige 2,1 Prozent. In absoluten Zahlen haben die PS-starken Autos (47.800) die PS-schwachen (46.136) überholt. Auch Fahrzeuge zwischen 143 und 170 PS wuchsen relativ stark. Der Trend zu kräftigen Autos war zumindest letztes Jahr deutlich zu sehen. Dabei immer automatisch an ­dicke SUVs oder supersportliche Coupés zu denken, ist falsch. Polo, Fiesta, Corsa, Ibiza, Yaris, Mini, Clio, 208 … fast alle Kleinwagen bekommen einen oder mehrere sportliche Versionen mit starken Motoren, sportlichem Design und guter Ausstattung. VW hat sogar dem up! eine GTI-Version verpasst.

Neuheiten

2018 ist ein gutes Jahr für Fans solcher kleiner Kraftzwerge. Bereits am Markt ist der überarbeitete Mini Cooper S mit 192 PS. Die Briten bleiben dem klassischen Design treu, verfeiner es aber an den richtigen Stellen. Besonderer Hin­gucker ist der Union-Jack in den Rückleuchten – Brexit hin oder her. In den Startlöchern scharren bereits der Ford Fiesta ST und der Opel Corsa GSi. Der Fiesta ST mit 200 Pferdestärken ist ein richtiges Spaßmobil und fuhr sich bereits in der vorherigen Generation hervorragend. Opel bringt mit dem Corsa GSi neben dem Corsa OPC ein weiteres Performance- Modell auf den Markt. Der GSi hat zwar „nur“ 150 PS, aber das sollte trotzdem reichen. Und auch Elektroautos darf man zu den PS-starken zählen. Der Hyundai Kona EV leistet bis zu 204 Elektro- PS. Rasant!