Kia unter Strom : Test – Kia XCeed Plug-in

Kia setzt verstärkt auf Strom. Mit dem Niro oder dem Soul wurde der elektrische Weg geebnet. Man ist drauf und dran alle Modelle zu elektrifizieren. So wird beispielsweise auch der Sorento als Plug-in noch dieses Jahr zu haben sein.  Schon jetzt gibt es unter anderem den Ceed SW und den XCeed als Plug-in-Variante. Die elektrische Reichweite liegt beim getesteten XCeed bei 58 Kilometern. Angesteckt an der normalen Haushaltssteckdose, sollte der Koreaner in etwa vier Stunden voll geladen sein. Mit 3,3 KWh sind es nur zwei Stunden 45 Minuten. Die KFZ-Steuer wird nur für den 105-PS-Benziner berechnet, die restlichen Pferdchen auf 141 PS Gesamtleistung sind quasi kostenlos – weil elektrisch.  Als Verbrenner arbeitet ein 1,4-Liter-Aggregat, das relativ ruhig unter der Motorhaube werkt. Kein Rennpferd aber immerhin wird der Hunderter in 11 Sekunden erreicht.  Beim Verbrauch spricht KIA kombiniert  von 1,4 Litern Benzin und 12 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer.

Teilzeitstromer. Für alle, die den Begriff Plug-in noch nicht so recht einordnen können – hier ein Beispiel: Wer möchte, kann den Plug-in bewusst rein elektrisch bewegen. Eine eigene Taste für den reinen E-Modus macht dies möglich. Bis etwa 120 km/h geht es dann leise durch die Gegend. Vorausgesetzt man hat seine Gasfuß im Griff und latscht nicht mit aller Gewalt aufs Gaspedal. Also behutsam aber flott beschleunigen und schon geht es ohne Benzin dahin. Notfalls, wenn Kraft gefordert ist, darf man aber getrost aufs Gaspedal latschen, denn um die volle Kraft zu haben schaltet das System automatisch den Verbrenner zu. Warum ein Plug-in-Hybrid? Nun, wer täglich beispielsweise 20 Kilometer in die Arbeit fährt, kann so praktisch die ganze Woche rein elektrisch fahren und so Geld sparen und keine direkten Emissionen in die Umwelt blasen. Im Gegenzug schafft der Plug-in auch Langstrecken ohne Standzeiten an der Stromtankstelle. Die Nachteile? Der Anschaffungspreis ist in der Regel um einiges höher als bei reinen Benziner und etwas weniger Platz im Kofferraum gibt es in der Regel auch. Immerhin müssen die Batterien irgendwo verstaut werden. Die treiben übrigens auch das Gesamtgewicht in die Höhe. Beim XCeed befinden sich de Batterien unter der Rückbank und dem Gepäckraumboden. Insofern fällt dies platztechnisch nicht übermäßig ins Gewicht.  291 Liter Volumen stehen zur Verfügung.

Fahreindruck. Der XCeed lässt sich problemlos um die Kurven scheuchen. Trotz veränderter Gewichtsverteilung ist alles unproblematisch. Serienmäßig gibt es die Fahrmodusauswahl (Sport/Normal). Der XCeed wird über ein 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe bewegt, das unmerklich und schnell schaltet. Was uns aber vor allem wieder gefallen hat, ist das leise Fahren auf Landstraßen im elektrischen Modus. Im Gegensatz zum normalen Vollhybrid, kann man die Ruhe nicht nur zwei Kilometer sondern eben 58 Kilometer nutzen. Bleibt noch der Preis: Den KIA XCeed Plug-in Hybrid gibt es mit extrem guter Serienausstattung ab Euro 38.780,- (im Leasing geht’s derzeit auch günstiger). Den herkömmlichen XCeed gibt es ab EUR 22.490,- in der Grundausstattung. Es ist also eben auch eine Preisfrage! Wer aber beispielsweise eine Steckdose daheim hat und tägliche Fahrten um die 60 Kilometer fährt, sollte sich den XCeed auf alle Fälle ansehen!

Autor: Werner Christl , 28.07.2020