Kurz-Test: Jaguar F-Pace

Eigentlich wollte ich nur nachschauen, ob das Lenkrad des neuen F-Pace sich  eh auf der richtigen Seite –  also links und nicht rechts befindet. Schließlich handelt es sich um einen Briten , der noch dazu mit britischer Zulassung und britischem Kennzeichen zum Testen bereit steht. Also Tür auf und … was wollt ich noch gleich. Jaguar hat den Innenraum wirklich toll verfeinert. Ohne in Lobhudelei zu verfallen: Das Innere kann sich wirklich sehen lassen und muss ich garantiert nicht von den deutschen Premiummitbewerbern verstecken. Im Gegenteil – es zieht einem echt die Burberry-Socken aus. Auffällig ist das neue 11,4-Zoll-Infotainmentsystem. Ein Bildschirm in Notebookgröße mit sehr sauber aufgelöster Grafik und extrem cooler, moderne Menüführung. Vor allem die 3D-Kartendarstellung ist sehenswert. Neu auch der Automatikwahlhebel Drive Selector. Auf der Suche nach Hartplastik geht einem bald die Geduld aus: So, jetzt ist es raus – ein supergeiles Cockpit. Allerdings muss viel über die Bildschirme bedient werden. Aber wenigstens sind Klima und Co. via Knopf zu verstellen. Auch die Lautstärke des Radio muss net blöd über irgendwelche Wischfunktionen gesteuert werden. Und dann ist da noch ein Knopferl, wo EV drauf steht? Das zeigt: Hier werkt ein Plug-In-System:

Elektro Plug-In. Alle neuen Antriebe sind nun elektrifiziert. Der getestete Plug-In P400e PHEV leistet 404 PS und lässt sich sehr flott um die Kurven scheuchen (0-100 km/h in 5,3 Sekunden).Der theoretische Durchschnittsverbrauch beträgt 2,2 Liter laut Werk. Die rein elektrische Reichweite beträgt 53 Kilometer. Im rein elektrischen EV-Modus steht genug Kraft zur Verfügung. Allerding nur die des E-Motors – also nicht die gesamte Systemleistung aus Benziner und Elektroantrieb. Der Benziner schaltet sich im EV-Modus im Grunde nur beim Kickdown dazu. Sonst geht’s rein elektrische über Stadt und Land. Wer möchte kann seine rein elektrische Reichweite über die Einstellung SAVE sparen und beispielsweise nach einer Autobahnfahrt in der Stadt rein elektrisch fahren. Und wichtig: Den F-Pace kann man auch an der Schnelladestation laden: in 20 Minuten sind 80 Prozent voll: Das können die meisten anderen Plug-Ins nicht. An der Wallbox mit / kW dauert die Vollladung eine Stunde und vierzig Minuten. Zum Fahrwerk: sehr komfortabel aber im flotten Betrieb im Sportmodus durchaus straffer angelegt, um auch scharfe Kurven zu überstehen – da gibt’s nix zu meckern. Die Geräuschkulisse wurde weiter Richtung „Ruhe“ verbessert.

Es werde Luft. Neu auch eine spezielle Kabinenluftionisierung, die Allergikern helfen soll. Sehr spannend: Jaguar-Land Rover arbeitet derzeit an einem System, dass Viren unschädlich machen soll! Ein anderes interessantes Feature ist, dass nicht nur zwei Telefone gleichzeitig gekoppelt werden könne. Zudem bietet das System die Möglichkeit zwei Sim-Karten zu verwenden – so hat man immer guten Empfang und ist nicht einem Anbieter ausgeliefert. 

Jaguar hat dem F-Pace kein fades  Facelift verpasst, sondern  gleich in die Vollen gegriffen. Das betrifft Motoren und Innenraum. Alternativ zum getesteten Plug-In-Hybriden gibt es noch drei Diesel mit 163 bis 300 PS als Mildhybride sowie den Benziner mit 250 PS und den MHEV mit 400 Pferden.  Einen F-Pace gibt es ab EUR 58.903,-.

Autor: Werner Christl, 02.04.2021