Hyundai Nexo – Wasserstoff als Zukunftshoffnung

Hyundai hat in Österreich den Nexo erstmals vorgestellt. Wir haben uns den Wassserstoff-Vorreiter näher angesehen. Ein „E-Auto“ mit enormer Reichweite, tollem Design und zukunftsweisender Technik. Allerdings ist man Vorreiter und ohne Infrastruktur und andere Maßnahmen wird sich Wasserstoff nur langsam durchsetzen.
Autor: Werner Christl, 16.10.2018 um 13:49 Uhr

Hyundai setzt verstärkt auf alternative Antriebsformen. Derzeit sind die Koreaner alleine am Markt unterwegs – als Hersteller mit allen Antriebsvarianten im Portfolio! Neben dem reinen Elektroantrieb, einer Plug-In-Variante, dem Hybrid ist man nun auch noch mit einem neuen Wasserstofffahrzeug am Markt. Mit dem Nexo, ein SUV mit 163 PS, will Hyundai einen weiteren Schritt in die Zukunft wagen. Das Prinzip: Wasserstoff tanken – Brennstoffzelle damit füttern – daraus Strom generieren und mit diesem einen E-Motor antreiben. Allerdings hat die Wasserstoff-Zukunft Startschwierigkeiten. Zwar ist der Nexo ein absolut alltagstaugliches Auto mit einer enormen Reichweite von 660 Kilometern, aber die Infrastruktur hinkt noch hinterher. Roland Punzengruber, Geschäftsführer von Hyundai Österreich drückt das so aus: „Für eine Zukunft mit Wasserstoff fehlt es noch an einigen Grundlagen. Eine Brücke für diese neue Technologie muss erst gebaut werden. Trotzdem nimmt diese Alternative Fahrt auf. Wir werden deswegen ab 2019 auch die ersten Wasserstoff-Trucks auf die Straße bringen. Vor allem im Schwerlastbereich hat der Wasserstoffantrieb enorme Vorteile.“

Sicher und sauber

Wassertoffautos (FCEV) sind extrem sauber. Vorausgesetzt der Wasserstoff selbst wird mit sauberem Strom erzeugt. Also Strom aus erneuerbarer Energie. Der Wasserstoff wird dann in Druckbehältern im Auto aufgehoben und eine Brennstoffzelle wandelt wie gesagt den Wasserstoff in Elektrizität um. Unterm Strich ist also ein Wasserstoffauto ebenfalls ein Elektroauto! Getankt wird ein Nexo in etwa fünf Minuten, was verglichen mit einem Elektroauto sehr kurz ist. Vor einem Crash muss man laut Hersteller keine Angst haben, denn die Tankbehälter sind so gebaut, dass auch ein Auffahrunfall kein Problem sein sollte (drei Tanks befinden sich beim Nexo unter dem Kofferraum). Sollte die Umgebungstemperatur über 110 Grad steigen, wird zur Sicherheit der Wasserstoff über eine sehr heiße Stichflamme senkrecht in die Luft abgelassen. Das dürfte etwa ein bis zwei Minuten dauern. Auch die gesamte Elektrik wird sofort heruntergefahren. Zur Info: Der Nexo arbeitet auch bei niedrigsten Temperaturen von Minus 30 Grad.

Die Optik

Dem Nexo hat Hyundai ein schon fast futuristisches Design verpasst. Zwischen der vorgestellten Nexo-Studie und dem nun erschienenem Design ist nicht viel Unterschied. Sehr mutig! Was uns besonders aufgefallen ist: das durchgehende LED-Band im Frontbereich, ein Scheibenwischer, der im Heckspoiler verschwindet und die Lufteinlässe an der D-Säule. Vor allem aber auch im Innenraum hat man dem Koreaner eine extrem moderne Optik zugestanden. So schwebt die Mittelkonsole quasi in der Luft. In der Mitte sitzt ein 12,3-Zoll-Splitscreen. Kein Cockpit von der Stange – sehr hochwertig. Als Preis nennt Hyundai 65.000 Euro. Dafür bekommt man ein absolut vollausgestattetes Wasserstoff-SUV, das im Grunde mehrere hunderttausend Euro kosten müsste. Auf den Nexo gibt Hyundai übrigens sensationelle acht Jahre Garantie (oder 200.000 KM) auf die Hochvolt Batterie. Für Hyundai eher eine Investition in die Zukunft, als ein Geschäft. Der Haken an der Geschichte: Hyundai verkauft den Nexo nur an „ausgewählte“ Kunden, die eine gewisse Nähe zu dieser revolutionären Technik haben. Man darf nicht vergessen, dass es nur wenige Wasserstofftankstellen in Österreich gibt und wenn der Treibstoff aus ist, keiner mit einem Wasserstoffkanister aushilft. Genau hier muss aber auch die Politik ansetzen. Ohne Wasserstofftankstellennetz wird es schwierig. Ansonsten sind Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff gefüttert werden eine Technik, welche langfristig eine große Rolle spielen muss – nicht soll!