Erster Test: Nissan Qashqai 2021

Der Modelname Qashqai ist ein guter, weil man sich die schwierige Bezeichnung erst einmal einprägen muss und das bedeutet sich mit dem Auto zu beschäftigen. So oder ähnlich könnten die Japaner gedacht haben, bevor sie auf die Bezeichnung gekommen sein. Der Erfolg gibt Nissan sicher recht, denn bisher wurden 5 Millionen Qashqais weltweit und 3 Millionen in Europa verkauft. Und bei uns in Österreich waren es bisher 46.000 verkaufte Modell, was für ein Land unserer Größe mehr als beachtlich ist.

Schärfer. Nissan hat sein Crossover ziemlich verändert. So haben es die Techniker geschafft das Gewicht um 60 Kilogramm zu reduzieren. Das hat man vor allem durch die Verwendung von Alu-Fahrzeugteilen erreicht. Rein Äußerlich zeigt sich der Japaner um einiges schärfer gezeichnet. So zieht sich seitlich eine „Kante“ von vorne bis hinten. Dazu kommt der ziemlich große V-Motion-Kühlergrill in den die Boomerang-Scheinwerfer hineinragen. Durch die Zweifarbenlackierung wird alles noch ein bisschen aggressiver. Unterm Strich ist der Qashqai optisch wirklich gut gelungen. Man hat sich hinsichtlich Design was getraut! Vor allem die Front wirkt alles andere als fad. Aber wie fährt er sich. Wir haben zwei Varianten mit manuellem Schaltgetriebe sowie einer CVT-Automatik getestet. Hier gleich vorweg: Der Verfasser des Textes ist kein wirklicher Freund von diesen Automatikgetrieben. Diese heulen auf und wirken irgendwie träge. Nissan schreibt im Pressetext, dass eben dieses Getriebe verbessert wurde. Ich muss eingestehen, dass das CVT-Getriebe im Japaner wirklich gut gelungen ist. Im Stadtverkehr, aber auch im normalen Drehzahlbereich Überland und auf der Autobahn wäre mir nichts Unangenehmes aufgefallen. Zudem ist der Motor gut gedämmt und verbreitet beim beherzten Tritt aufs Gaspedal keine grauslichen Töne. Im Grunde gibt es eine Empfehlung für das CVT-Getriebe - auch für alle, die bisher wenig damit angefangen haben. Bei der Motorenauswahl muss sich der Käufer keinen Kopf zerbrechen. Es gibt nur den 1.3 DIG-T Mild-Hybrid mit 140 und 156 PS. Der kleine Motor macht seine Sache sehr gut und passt zum Konzept. Das Fahrwerk ist eindeutig auf der komfortablen Seite angesiedelt. Also kein Renn-Crossover, sondern eines, mit dem sich auch Langstrecken vernichten lassen. Positiv erwähnen darf man auch die verbesserte Lenkung...

Cockpit. Hier wurde auf Experimente verzichtet. Die guten alten Knöpfe für die wichtigsten Handgriffe sind noch da - was durchaus als Lob gedacht ist! Wer möchte kann sich den Nissan mit (bis zu) 10,8-Zoll-Riesendisplay bestellen. Die Menüführung ist übrigens sehr übersichtlich. Auch bei der Verarbeitung tut man sich als Testfahrer schwer, wirklich Schwachpunkte zu finden. Da hat man sich sichtlich bemüht. Neu ist auch ie Automatik-Schaltkulisse. Hinsichtlich Assistenten ist schon in der Grundausstattung fast alles anzutreffen (Notbremsassist, Spurhaltewarner mit aktiv korrigierendem Eingriff, Querverkehrswarner,...). Zu haben auch der Pro-Pilot für teilautonomes Fahren und in dieser Klasse nicht unbedingt üblich: die Intelligent Cruise Control. Fazit: Keine Frage - auch der neue Nissan Qashqai wird Freunde finden. Sogar CVT-Verweigerer wie ich, sollten diese Automatik testen und erst dann meckern.

Zu haben ist der neue Qashqai ab EU 26.859,- in der Visia-Variante.

Eckdaten: 

Motor: 1.3 Mild-Hybrid Vierzylinder

Verbrauch: 6,5 Liter (ohne Allrad)

Länge: 4,425 +35mm

Spitze: 196-206 km/h

Volumen Kofferraum: 436-504 Liter

Autor: Werner Christl, 10.06.2021