Der neue Honda Jazz Crosstar e:HEV Im Weekend Test

Ein paar Millimeter über der Vier-Meter-Marke und trotzdem ein Raumwunder? Ja, das geht! Schon beim Einsteigen in den Honda Jazz wurde uns klar: Hier hat man ordentlich Platz. Auf den Vordersitzen wie auch hinten ist für alle Mitfahrenden wirklich Raum, das ist dem Radstand von 2,52 Meter geschuldet. Das Kofferraum-Volumen ist bei voller Besetzung mit 298 Liter zwar eher nicht beeindruckend, wenn man die "Honda Magic Seats" aber in den Boden versenkt, kommt man auf respektable 1.203 Liter. Weniger als in der Vorgängergeneration, aber das ist den Hybridbatterien geschuldet.

Motor und Fahrgefühl

Unter der Haube des Jazz Crosstar e:HEV schlagen zwei Herzen: Ein 1,5-Liter-Benziner mit 98 Pferdestärken und ein Elektromotor mit 109 E-Pferdestärken. Für Vortrieb sorgt ein e-CVT Automatikgetriebe, welches die beiden Motoren perfekt harmonierend zusammen spannt. Und das klappt wirklich gut. Vor allem in der Stadt waren wir sehr oft rein elektrisch unterwegs und bei kleinen Etappen im Umland kamen wir mit rund vier Liter Benzin aus; etwas mehr genehmigt sich der e:HEV Hybrid auf der Autobahn. Alles in allem lässt sich der Jazz Crosstar aber mit einem kombinierten Verbrauch von rund fünf Litern bewegen (3,9 Liter laut Werk) - ein sehr guter Wert. Praktisch dabei ist, dass es sich um ein selbstladendes Hybridsystem handelt. Steckdosen sieht der Jazz nie, der Akku wird durch Rekuperation und den Verbrenner gefüllt.

Das Fahrgefühl ist für ein Crossover in dieser Klasse sehr angenehm. Kurvenfresser ist der Jazz keiner, aber auch auf längeren Strecken ist das Fahrwerk angenehm ausgewogen. Einzig das für diese Art der Automatik typische Aufheulen des Motors beim Beschleunigen kann auf Dauer etwas nervig sein. Hat man aber die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, gleitet der Jazz e:HEV mit einer sehr angenehmen Geräuschkulisse dahin. 

Design und Cockpit

Unser Testauto kam in der Farbvariante "Surf Blue" und die polarisierte durchaus. Einige fanden die Farbe unwiderstehlich genial, andere konnten nichts damit anfangen. Das Design des Autos löste zwar keine Begeisterungsstürme aus, aber es ist modern und ansprechend - einzig eine Jazz-Fahrerin, die noch mit einem älteren Jazz-Modell unterwegs war, kam am Parkplatz eines Einkaufscenters ins Schwärmen für den Neuen. Die von uns getestete Crosstar-Variante punktet mit Desginapplikationen á la SUV.

Das Innenraumdesign ist gelungen und gemütlich. Ja, man ergreift viel hartes Plastik, aber durch Applikationen im Stoffstil fühlt sich das Cockpit an wie ein Wohnzimmer. Sehr praktisch sind die Getränkehalter bei den Lüftungsschlitzen links und rechts der Tür. Auch in der Mittelkonsole ist genug Platz vorhanden. Die Tachoanzeige wird – hondatypisch – von einem Display erledigt. In der Mitte befindet sich das acht Zoll große Infotainmentdisplay. An diesem wurde softwareseitig geschraubt und es ist moderner geworden. Wer das Smartphone verbinden will, hat mit Apple CarPlay (auch wireless) und Android Auto (nur Kabel) alle Optionen.

Fazit

Der Honda Jazz Crosstar hat uns wirklich Spaß gemacht. Ein wendiger Cityflitzer mit unglaublich viel Platz für die Insassen und einem zeitgemäßen Motor, der sich wenig Sprudel genehmigt und oft elektrisch dahingleitet. Preislich ist die Auswahl recht einfach. Das von uns getestete Modell gibt es ausschließlich in der Ausstattungsvariante „Executive“ ab EUR 26.990,-. In dem Preis sind sämtliche Assistenten und Nettigkeiten wie Sitzheizung, LED-Scheinwerfer, Alufelgen und vieles mehr bereits dabei. Die wenigen Aufpreisoptionen beziehen sich hauptsächlich auf den Lack und das äußere Erscheinungsbild. Unser Testauto war noch mit der 2-Tone Lackierung (Schwarz/Blau) um EUR 890 ausgestattet, sonst ist alles drin im Jazz Crosstar e:HEV. Die normale Version des Jazz e:HEV startet bei EUR 21.990,-.

Weitere Bilder:

Autor: Lukas Steinberger-Weiß , 30.09.2020