Autoherbst 2020: Neue Modelle, neue Steuer!

Wer noch vor 1. Oktober ein Auto kauft, kann unter Umständen viel Geld sparen. Und zwar in Form der „KFZ-Steuer“ bzw. motorbezogenen Versicherungssteuer. Zur Berechnung wird zukünftig nicht nur die Leistung, sondern auch der CO2-Ausstoß herangezogen. Betroffen sind allerdings eher stärkere Autos mit dementsprechend hohem CO2-Ausstoß. Umgekehrt gilt jedoch auch: Wer ein ­umweltfreundlicheres Auto kaufen möchte, kann unter Umständen nach dem 1. Oktober ordentlich sparen. Vor allem bei Hybridautos, aber auch bei Kleinwagen sinkt die KFZ-Steuer. Elektroautos zahlen übrigens weiter keine KFZ-Steuer. 

Beispiel: Ein US-Pick-up mit 400 PS und 350g CO2/km wird empfindlich teurer. Bisher waren etwa 2.300 Euro an KFZ-Steuer zu berappen. Ab Oktober zahlt man mit über 4.000 Euro fast doppelt so viel pro Jahr! Für ein Auto mit Zweiliter-Diesel in der Golfklasse, 150 PS und 140 Gramm CO2/km waren es bisher 650 Euro, aber zukünftig 600! Bei einem Kleinwagen mit 100 Gramm CO2/km erspart man sich sogar 250 Euro pro Jahr! Unterm Strich bedeutet „KFZ-Steuer neu“ vereinfacht ausgedrückt, dass vom Kleinwagen bis zum Mittelklasseauto die zu zahlende KFZ-Steuer günstiger wird oder zumindest in etwa gleich bleibt. PS-starke größere Fahrzeuge oder Autos mit hohem Verbrauch und damit auch höherem CO2-Ausstoß werden teurer. Das bedeutet auch: Plug-in-Varianten, Hybrid und Co. werden in der Regel günstiger. Es zahlt sich also nur bei bestimmten Modellen aus, noch schnell zuzugreifen. Dabei muss man immer im Auge behalten, dass die KFZ-Steuer ja jahrelang bezahlt werden muss. Da kann schon ein stolzes Sümmchen rauskommen. Wer vorhat ein „vernünftiges“ Auto zu kaufen, hat jedenfalls keinen Stress, da diese in der Regel die Versicherungssteuer betreffend sogar günstiger werden. Für gebrauchte und bereits angemeldete Fahrzeuge ändert sich nichts!

Anbei ein paar Beispiele - da einige dieser Autos erst nach dem 1. Oktober 2020 erscheinen sind die Berechnungen für die alte KFZ-Steuer theoretisch. 

Mercedes-Benz S-Klasse S500 4Matic Benzin

KFZ-Steuer alt (jährlich): €2.540,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €2.869,-

Die nagelneue S-Klasse ist ein Hingucker! Unter der Schnauze gehen 435 Pferde zu Werk, der CO2-Ausstoß beträgt 192 g/km – das treibt die jährliche Steuer in die Höhe. 

Bentley Bentayga V8 Benzin

KFZ-Steuer alt (jährlich): €3.305,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €4.234,-

Das Luxus-SUV Bentayga V8 leistet 550 PS und hat einen Ausstoß von 265 Gramm CO2 pro Kilometer. Damit steigt die jährliche Steuer empfindlich an.

Hyundai i20 1.0 T-GDI Benzin

KFZ-Steuer alt (jährlich): €372,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €121,-

100 PS und ein Ausstoß von 107 g/km bedeutet: Die jährliche Steuer für den i20 wird ab 1. Oktober um einiges günstiger. 

Opel Mokka 1,2 Turbo Benzin

KFZ-Steuer alt (jährlich): €539,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €312,-

Der nagelneue Mokka ist als Benziner ab Oktober um rund 200 Euro billiger. Trotz 130 PS stößt er nämlich nur 103 g/km aus.

SEAT Ateca Facelift 2.0 TDI 4Drive DSG

KFZ-Steuer alt (jährlich): €650,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €1.010,-

150 PS, Allrad und DSG-Doppelkupplung im Diesel-Topmodell des Ateca wirken sich auf den CO2-Ausstoß aus. Der liegt bei 187 g/km. Der Ateca wird damit empfindlich teurer.

Toyota Yaris Hybrid

KFZ-Steuer alt (jährlich): €320,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €87,-

Beim neuen Yaris Hybrid werden trotz 116 PS Systemleistung nur 91 PS des Benziners berechnet. CO2-Ausstoß: 73 g/km. Die Steuer ab 1.10. ist damit viel günstiger. Hier lohnt es zu warten.

KIA ceed SW Plug-In-Hybrid

KFZ-Steuer alt (jährlich): €601,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €380,-

Trotz 141 PS-Systemleistung ein CO2-Ausstoß von nur 29 g/km? Möglich macht es der Elektromotor. Voraussetzung: Batterie täglich aufladen! Im Steuerbörsl merkt man den Unterschied. 

Audi S3 Sportback Benzin

KFZ-Steuer alt (jährlich): €1.712,-
KFZ-Steuer neu (jährlich): €1.884,-

Der S3 ist das Performance-Modell des kompakten A3 und bietet 310 PS unter der Haube auf. Der CO2-Ausstoß ist mit 170 g/km aber in Ordnung, die Steuer steigt nur leicht. 

Autor: Lukas Steinberger-Weiß , 17.09.2020