Aston Martin als Safety-Car in der Formel 1

Aston Martin wird in der heurigen Formel 1-Saison neben Mercedes-Benz ein Safety-Car, sowie ein Medical-Car stellen. Fahrer bleibt Bernd Mayländer, der sich nach 25 Jahren erstmals an ein neues Safety-Car gewöhnen muss.

Aston Martin Vantage Safety-Car

Für die anspruchsvolle Aufgabe, in den Ablauf einer Veranstaltung mit den schnellsten Rennwagen der Welt einzugreifen und das Tempo zu kontrollieren, wurde eine speziell ausgerüstete Version des Aston Martin Vantage entwickelt – der leistungsstärkste Vantage im Programm.   Das Fahrzeug wurde von einem erfahrenen Team am Hauptsitz von Aston Martin in Gaydon entwickelt und zeichnet sich durch deutliche Verbesserungen an Fahrwerk und Aerodynamik aus.  Mit nur wenigen zusätzlichen Modifikationen zur Erfüllung der FIA-Vorschriften ist das neue Safety Car der Höhepunkt der Vantage-Performance. Das Ergebnis? Die Leistung wurde um 25 PS auf 535 PS erhöht, die von einem 4-Liter-Twin-Turbo-V8 geliefert werden, der eine beachtliche Performance bietet und in nur 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.  Das Spitzendrehmoment von 685 Nm bleibt gleich, wird aber jetzt länger gehalten. Durch zusätzliche Arbeiten am Getriebe hat der Fahrer ein verbessertes Gefühl von Direktheit, Präzision und Kontrolle beim Hoch- und Runterschalten.  Der Vaned-Kühlergrill in Verbindung mit einem neuen Frontsplitter erzeugt 155,6 kg Abtrieb bei 200 km/h; das sind über 60 kg mehr als der Vantage in Serienausführung bei derselben Geschwindigkeit erzeugt.  Modifikationen an der Aufhängung, der Lenkung und den Dämpfern wurden ebenfalls vorgenommen, mit zusätzlichen Feinarbeiten an der Unterbodenversteifung zur Steigerung der Steifigkeit der Frontstruktur. All das sorgt zusammen mit einem umfassenden Aero-Kit und einem Wechsel zu Reifen mit geringerem Profil dafür, dass der Aston Martin Vantage als offizielles F1® Safety Car alle Voraussetzungen mitbringt, um auf einer Formel 1®-Strecke zu bestehen.

Aston Martin DBX Medical-Car

Der Aston Martin DBX wird in dieser Saison auch als offizielles Medical Car der Formel 1® fungieren, gefahren von Alan van der Merwe (41, Südafrika).  Wie das Safety Car ist auch das Medical Car an der 2021 Aston Martin Racing Green Lackierung mit Akzenten in Lime Green zu erkennen – ebenso wie an der auffälligen FIA Medical Car-Lackierung, dem LED-Nummernschild am Heck und der LED-Lichtleiste auf dem Dach, die auf der Dachreling sitzt.  

Angetrieben vom 4-Liter-Twin-Turbo-V8-Motor, der auch im DB11 und Vantage zum Einsatz kommt, bietet der DBX eine beeindruckende Leistung von 550 PS und ein Drehmoment von 700 Nm, das den DBX in nur 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultiert und eine Spitzengeschwindigkeit von 291 km/h ermöglicht.  All dies stellt sicher, dass das medizinische Team der FIA effektiv auf einen Notfall reagieren kann.  Mit einem Sound, der unverkennbar Aston Martin ist, sorgt die aktive Abgasanlage dafür, dass der DBX nicht nur gesehen, sondern auch gehört wird.

Das offizielle Medical Car der Formel 1® muss eine beträchtliche Menge an Ausrüstung mit sich führen, darunter eine große medizinische Tasche, einen Defibrillator, zwei Feuerlöscher und ein Verbrennungsset – und der DBX ist mit 632 Litern Kofferraumvolumen mehr als gut ausgestattet.   

Während die Innenausstattung voll und ganz einem Serienfahrzeug entspricht, wurde der mittlere Rücksitz entfernt, und die restlichen vier Sitze wurden durch Sportschalensitze ersetzt, die jeweils mit einem 6-Punkt-Sicherheitsgurt ausgestattet sind.  Diese bieten Sitzplätze für den Fahrer, Alan van der Merwe und Dr. Ian Roberts – den FIA Formula 1® Medical Response Coordinator – sowie einen örtlichen Arzt, wobei ein Platz frei bleibt, für den Fall, dass ein Rennfahrer bei einem Zwischenfall zurück in die Boxengasse gefahren werden muss.  Ähnlich wie beim Safety Car wurden zwei Bildschirme auf dem Armaturenbrett montiert, um Live-Bilder vom Rennen zu liefern.  Ein zusätzlicher Bildschirm dient zum Ablesen biometrischer Live-Daten, die über die Technik in den Handschuhen der Fahrer geliefert werden und im Falle eines Unfalls wichtige Informationen über deren Gesundheitszustand liefern.  Das „Marshalling System“ und das Rückspiegel-Kameradisplay wurden ebenfalls in das Medical Car eingebaut.

Die Entwicklung des offiziellen Safety Cars der Formel 1® und des offiziellen Medical Cars der Formel 1® wurde vom Ingenieurteam von Aston Martin übernommen.  Beide Fahrzeuge haben ausgiebige Tests hinter sich, die auch Tests zur Haltbarkeit bei hohen Geschwindigkeiten und aggressives Fahren auf der Rennstrecke im Aston-Martin-Werk in Silverstone umfassten. Insgesamt wurden fast 15.000 km zurückgelegt.  Die Fahrzeuge wurden zudem in einer Prüfstandsklimakammer getestet, um sicherzustellen, dass sie unter allen Rennbedingungen eine optimale Performance liefern.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 08.03.2021